Die Verehrung der Himmelskörper.

by

Adolf Bastian

[Extracted from Zeitschrift für Ethnologie, 4, 1872, pp. 359-87.]

Die Gleichmassigkeit der regelmassig wiederkehrenden Naturerscheinungen erschlaffl; die Aufmerksamkeit des Naturmenschen und erwirbt erst in dem höheren Stadium eines abstracten Denkens die ihnen adaquate Bewunderung, so dass dann zuerst der Sonnenumlauf und die Reyolutionen des Stemenhimmels ihre eifrigen Beobachter finden. Im Volksglauben spielen Sonne und Mond eher eine halbkomische Rolle, und der Mutterwitz moquirt sich uber sie, wie jener Inca, der den einformigen Gang der Sonne einem am [p.360] Seile geleiteten Thiere vergleicht, rmd wie auf den Fiji-Inseln Reisende Schlingen aufstellen, am den Untergang der Sonne bis zur Beendigung ihres Tagewerkes zu verzogern, in Nachahmnng Maui's auf Neuseeland und indianischer Mythen. Auf hochgelegenen Gebirgsebenen indess, wo der wohlthätige Einfluss der erwarmenden Sonne in dem scharfen Temperaturwechsel, Tag zu Nacht, am ehesten bemerklich wird, bildet sich fruh ein eigentlicher Cultus des Sonnengottes heraus, und wurde ihm schon in Peru, sowohl wie in Persien, als Wohlthater der Menschheit gezollt. In polaren Gegenden mochte sich die Sonne (in Baiwe) den Lappen zur Alles durchdringenden Lebenswärme gestalten, aber ihr besonderer Dienst worde nur angeregt, wenn nach längerem Verschwinden der Sonnenball wieder aus der Dunkelheit des Winters heryortrat, so bei den Chichimeken an ihren nördlichen Sitzen und in dem Yulfest der Scandinavier. In tropischen Ländern erweckte er die schreckensvollen Vorahnungen eines Weltenbrandes, wenn er in der Sommermitte als Gluhgott am blauen Himmel hing und in verzehrender Durre die Erde austrocknete; dann mochten ihm die gottlosen Ataramanten fluchen, mochten ubermuthige Citli (in Teotihuacan) ihre Pfeile auf ihn abschiessen, aber fromme Volker (besonders in dem nur durch kunstliche Bewässerung fruchtbaren Mesopotamien) brachten dann ihre theuersten Opfer dem Herm oder Baal, verbrannten Menschen oder geliebte Kinder und warfen auch bei den Thargelien lebende Thiere in das Feuer des Scheiterhaufens. Die Tauschung uberall in der Mythologie einen Sonnendienst wiederfinden zu mussen, die in Dupuis' l'origine des cultes gipfelte, beruht auf der stets von den Priestern eingeleiteten Verbindung der Gottergestalten mit den periodischen Umläufen des Calenders, die selbst im Christenthum noch jetzt bei den Heiligen ausgefuhrt wird, ohne dass diese an sich in irgend welch anderer Beziehung zu den Phasen der Tagesoder Nachtgestirne stehen, als wie sie kunstlich mit ihren Namen zur Popularisirung derselben verknupft ist. Zwischen Sonnenund Feuerdienst1 findet sich haufig eine naheliegende Wechselbeziehung. [p.361] Eine eigentliche Sonnenverehrung tritt somit (ausser iu den Polar-Gegenden) nar auf hochgelegenen Tafelländern hervor, wo die mit Erscheinung des Taggesdirnes erhöhte Temperator im Gegensatz zu den kalten Nächten jeden Morgen dankbar empfunden wird, and bei der Nähe zom Aequator (in der sich solche Hochplateaos, um bewohnbar zu sein, immer befinden mussen) zagleich das ganze Jahr fortdauert, also nicht jene verwickelten Systeme eines während des langen Jahrlaufes2 sterbenden and wieder auferstehenden Gottes erfordert, wie sie in den Mysterien ihre Ausbildung fanden. Bei den Naturvōlkern wird dagegen die Hoffnung des Fortlebens an den in kürzeren Epochen erfolgenden Mondeswechsel geknüpft, indem sie in der regelmassigen Rückkehr nacb dem Verschwinden die Garantien der eigenen Unsterblichkeit zu finden glauben.

Dem See Contici entsteigend and die Urwohner bei Tihuanaco vereinigend, schof Viracocha die (zaeist den Titicaca-See bescheinende) Sonne, dann Mend and Sterne (nach Cuzco ziehend). Als nacb Untergang der vierten Sonne die Heroen den Menschen darch Sichinsfeaerstorzen die Yerwandlang in die Sonne verhiessen, ging Nanahuatzin zur Unterwelt (am als Sonne aufzosteigen). Bei den Earaiben gingen Sonne and Mond aas zwei Hdhlen bervor, die Erde befrachtend. Die Peraaner sahen im Golde iron der Sonne3) geweinte Tbranen. Nach Plinias warde das Goldschmelzen von Sol, Sohn des Oceanus, erfanden (als egyptischer E5nig bei Diodor). Die Utavais in Kanada halten die Sonne fbr einen Mann, aber erhabenerer Art, als die menschliche (Carver). Die altesten Sdhne Eolchiens hielten Helios far ihren Stamm- [p.362] vater. Die egyptischen Konige stammten von der Sonne (wie die indischen). Vaiswawata, als Abkömmling der Sonne, gab Gesetze. Die Inkas wnrden als Sonnenkinder verehrt (von Manco Capae nnd Mama Oella stammend). Nach den Manjacicaem (in Paraguay) wurde das ohne Mann von einem Weibe geborene Kind (nach vielen Wundem) in die Luft erhoben als Sonne4). Die Erde roht (nach den Koloschen) als Platte auf einem Pfeiler, den die menschenliebende Aghischanukhu (das unterirdische Weib) beschützt, dass die Erde nicht in's Wasser falle. Wenn die bosen Gottheiten, um die Menschen zu vemichten, mit ihr um den Besitz dieses Pfeilers streiten, so erzittert die Erde. In dem (erloschenen) Krater des Edgecombe (bei Sitka) haust (nach den Koloschen) der Vogel Khunnakhateth, der, wenn er mit jedem Fasse einen Wallfisch gepackt hat, and sich in die Lüfte erhebt, durch das Schlagen seiner Flugel den Donner and darch das Spruhen seiner Angen den Blitz hervorbringt (gleich dem Riesenvogel der Athapasken). Die bose Göttheit Maboja (der Karaiben) giebt Sonne and Mond Kinderblat zu trinken (de la Borde). Die Brasilier strecken bei Verehrung des Mondes die Hande empor (Spix), wunderbar rufend. Am Orinoco wurden die Felsen Cameri und Keri als Sonne and Mond verehrt Bei den Rothhäuten hat der böse Geist den Sitz im Monde, als Matter des grossen Geistes (in Louisiana). Die Wyandot versetzen die Grossmutter des Bösen (der den guten Bruder getodtet) in den weiblichen Mond. Bei den Botocuden ist der Mond böse (Denis). Nach der Erde schuf Loguo (erster Mensch) den Mond (bei den Karaiben). Persina war bei den Aethiopern Priesterin des Mondes and der Konig, ihr Gemahl, Priester der Sonne. Bei den Arabern war der Stamm Hamiaz der Sonne geweiht, der Stamm Cenneh dem Mond, der Stamm Asad dem Merkur, der Stamm Kais dem Sirias u. s. w. Sonne and Mond kamen aus der Erde bei Ife oder aus einer Höhle (nach den Karaiben). Das ohne Weib geborene Kind stieg in die Luft als Sonne (bei den Monjacicuem). Auf der anfangs glatten and dunkelen Erde schuf Papperimbol die Sonne and versetzte die damaligen Menschen als Sterne an den Himmel, am auf [p.363] ihre Nachkommen einzawirken (in Aastralien). Die Blemmyer opferten der Sonne Kinder, die Floridaner Erstgeborene. Die Aucas spritzten Blat gegen die Sonne. Bei den Chibchas wnrde der Guesa (vaterloser Knabe) der Sonne geopfert Dem Sonnengott (Tonatiks) war eine Saule geweiht auf den Antillen (und in Bogota), wie der Obelisk zu Heliopolis oder (in Amerika) zu Quito (und za Kanarak in Oriesa). Die (in Japan) in eine Höhle verborgene Sonne wurde (bei den Koloschen) aus einem Kasten durch Ischl entlassen oder aus dem Gefangniss in Litthauen. Die Sonne5 (Baiwe) bildet den Urquell des Lebens (bei den Lappen), aus der Zaubertrommel der Samojeden, als Delatscha bei den Tungusen. Honjoa (bei den Karaiben) wohut im Hajukha (Sonnenhaus). In Akkra wurde (nach Romer) die aofgehende Sonne verehrt. In Dahomey gilt die Sonne als höchstes Wesen (nach Omboni). In Ife, wo (als Sitz der Götter) die ersten Menschen geschaffen wurden, kamen Sonne und Mond aus der Erde, worin sie begraben waren, inuner wieder hervor (nach den Yorubas), aus Höhlen in den Andes. Bei den Huronen bezeichnete Areskowi Sonne and Himmel. Der Sonnentempel in Meran war von den Heiden an der Stelle gebaut, wo die Sonne aufgeht (Zingerle). Dem Helios sind im Westen die Sonnenheerden Thrinakiens geweiht (Ahn kolchischer Konige). In Latium fand sich der Quell der Sonne and bei den Troglodyten (und in einem Tiegel des Ammon). Nach dem egyptischen Priester Charemon waren keine anderen Götter anzuerkennen als die der sichtbaren Welt, wie Sonne, Mond, Sterne des Thierkreisses. Die Syrer opferten Menschen der Sonne. Die Insel Nasala (and der Fels Bagia) war der Sonne heilig (bei den Ichthyophagen). Melkarth war bei den Phöniziern als Sonne verehrt und Herkales Astrochyton (mit Stemenmantel bekleidet) ab Sonne (bei Nonnas). Massinissa dankt der Sonne für Ankunft Scipio's. Im carthagischen Vertrag mit Philipp von Macedonien wurden Sonne6, Mond, Erde, [p.364] Flusse, Wiesen and Gewasser zu Zeugen angerufen. Die Sonne wurde in Teneriffe verehrt. Die arabische Stadt Atra war der Sonne heilig, und so die Mesched Eschams (Moschee der Sonne) als Tempel des Baal in Babylon. Die Ansikar oder Azingaer (unter dem grossen Makoko) halten die Sonne für ihren grossten Gott and ehrten sie in Gestalt eines Mannes, eben wie nach ihr den Mond in Gestalt einer Frau (Dapper). Von Gott Minjanni und seiner Fran Sempala (Eltern von Sonne und Mond) wurden Menschen and Thiere (bei Schopfung der Erde) aus Sternen gemacht (auf Borneo). Die Pari (in Ost-Borneo) verehren die weibliche Sonne7, den mannlichen Mond und die Constellation Baraga (Petras' Stab) als Kinder. Als noch Alles finster war, verwahrte der Mann seine mit Vogel (Kan oder Colibri) behaogte Frau in einer Eiste und todtete die Söhne seiner Schwester (Kitschuginsi oder Wallfischtochter) durch Einspanden von Baty (einstammigen Boten), bis diese auf der Klippe einen Stein verschlackend und aus dem Zagwasser der Wallfische trinkend, den El gebar, der mit Bogen und Pfeil Vogel (zum Federkleid für seine Mutter) und dann den Himmelsvogel (Kuzgatuli mit Eisenschnabel) todtete (sowie die Ente, mit deren Balg seine Mutter auf dem Wasser schwamm). Durch den Mann (dessen Frau er in der Kiste ihre Vogel hatte fortfliegen lassen) beim Fischfang in das Meer gestarzt, kam er auf [p.365] dem Meeresgrund zuruckgegangen und flog bei der Fluth mit dem Balg des Kuzgatoli an den Himmel, wo er bis zum Verlaufen der Wasser hangen blieb, und dann auf Seegras herabgefallen den Saamen der Riesentanne (zum Bootbau) oder Tschaga von den Charlotteninseln brachte, und nach Osten gehend, todte Junglinge (indem er ihre Nase mit Madchenhaaren rieb) belebte. Im Hause des fern wohnenden Mannes liess er sich durch dessen Tochter im Wasser als Strohhalm verschlucken, und so als zweiten El wiedergeboren werden, dreimal, um jedesmal die in Kisten angeschlossenen Sonne, Mond und Sterne (als Spielzeug erhaltend) für die Menschen in Freiheit zu setzen. Nach Wettstreit mit Kanuk (Vorfahr des Wolfstammes), der ihn (in Gestalt des weissen Raben) schwarz raucherte, zog sich El auf die Quellberge des Nas-Flusses zurück (nach den Koloschen). Der Schopfer, als Krahe, holte die Sonne aus dem Kasten des starken Tshingit, der sie (von der Insel Japan) gestohlen, und setzte sie so hoch an den Himmel, dass sie nicht wieder geraubt werden konnte (worauf die Tshingit oder Kaloshier sich vermehrten). König Kana (nach Hawaii) untemimmt einen Kriegszug, um von dem Sonnenverfertiger Kahoa-alii die im Kriege verlorene Sonne wieder zu erobem (Jaires). "Alle Morgen fruh kommt der Landesfurst (der Natscher am Missisippi) zur Hausthur (nach Osten) heraus und grusst seinen erstgeborenen Bruder, das ist die Sonn8, mit lauter heulender Stimm etliche mal nacheinander, so bald derselbe sich auf dem Horizonte blicken lasst. Hienächst nimmt er eine grosse Tabuck Pfeiffen ins Maul und opfert ihm die erstem drei Maoler voll Rauchs, demnach schlagt er beyde Händ über sein Kopf zusammen und schwingt sich von Aufgang halbrechts herum nach Niedergang, damit er ihm die rechte Strasse weise, welche derselbe sich diesen Tag halten soll" (Petit), 1730. Auf Timur wohnt der Gott Use nenu in der Sonne, der Gott Patuhan in der Erde. Beim Opfern besprengen die Priester (Tobor) die Erde mit Blut. In den heiligen Osirisliedern wird der in den Armen des Helios Verborgene angerufen (nach Plutarch). Die Lappen verehren Baiwe oder die Sonne als die Urheberin alles dessen, was gezeugt und geboren wird, welche ihre Rennthiere erwarmt und deren Jungen Wachsthum und Zunahme gewährt. Mit Wiederkehr der Sonne wird auch der Tag wieder eriangt (nach Schefier). In dem (von Flammen umgebenen) Sweixtix oder Zuicz (mit Strahlenhaupt) verehrten die Slawen das Sonnenlicht. Die Massageten opferten der Sonne Pferde. Caesar nennt Solem, Vulcanum et Lunam9 als Götter der Germanen. Die Digniten (in Paraguay) opfern Vogel- [p.366] federn. Die Ottowah opferten der Sonne als Bruder oder Schwester. Die Moluchen verehrten die Sonne10 als Geber des Guten (nach Dobrizhoffer). Die Samojeden bildeten die Sonne auf ihren Zaubertrommein als Viereck, yon dessen vier Ecken ein Weg oder Zugel (baivve labikie) ausging, um den Einfluss11 der [p.367] Sonne uber die ganze Welt anzudeuten. Nach Georgi verehrten die Tungusen die Sonne (Delatscha oder Tirgani) in Form eines länglichen Menschenantlitzes, als Boga (der höchste Gott), den Mond in Form eines Ualbkreises und die Sterne als tilechringe [phönizische Steine]. Der Tartarenstamm der Karagass opfert der Sonne (die, wie das ganze Firmament, angebetet wurde) den Kopf oder Herz des Baren oder Rothwildes (Georgi). Wegen Verehrung der Sonne ist es den heidnischen Tartaren yerboten, nach Sonnenuntergang zu arbeiten [wenn der Hirte nicht sieht]. Nach Grimm war es charakteristisch für monolische und germanische Volker, bei der Sonne, dem Monde und den Sternen Nachfirage anzustellen uber verborgene Dinge. Als Lemminkainens Mutter (bei den Finnen) nach ihrem verschwundenen Sohne fragt, giebt der Mond eine unbestimmte Antwort, die Sonne dagegen genaue Nachricht. Die Sabaer verbrannten lebendige Thiere in den Festen der Gottin Beltha oder Baaltis (dem Monde). Die Semang (in den Bergen Jeres bei Quedah und auf dem Hochland Tringanu) verehren die Sonne. Auf Fiji, wo der Zimmermann Rokova in einem Doppel-Canoe aus der Fluth gerettet wurde, schafft der Gott Owe (im Mond) den Menschen, wahrend der Gott Ndenges in der Schlange lebt (Hunt). Als der Riesenvogel, zum Meere niederfiteigend, die Erde geschaffen, bildete er alle Menschen, ausser den vom Hunde stammenden Chepewyanem, die ihn durch Fortnahme des geheiligten Pferdes erzurnten, and dann aus dem Lande des bösen Volkes uber feuchte Seen mit Inseln im fortdauemden Winter nach dem Copper-Mine-Kiver wanderten (Mackenzie). Ein Stein-Canoe fuhrt die Seelen in das Todtenland (nach den Chepevyanem). In der Wiedergeburt zeigt sich ein mit Zahnen geborenes Kind aid die Einkorperung eines alten Gestorbenen. Die Sonne12 war Auge des Ahuromazdas, als Demiurgos (als rechtes), bei den Egyptern, Odin, der ein Auge in Mimers-Brunnen barg, als Hreggmimirs als [Regengiesser] am Himmel.

Nachdem der junge Held Maui von seinen Abentheuern in der Unterwelt zorackgekommen (mit dem zauberischen Kinnbacken seiner Urahnin Muri-rangar-whenua), uberredete er seine alteren Bruder, aus Flachsstricken eine Schlinge zn knoten (um die Sonne wegen der kurzen Tage zu langsamerem Gauge zu zwingen, damit die Leute langer für ihren Unterhalt arbeiten konnten) und reiste dann durch die Wuete in Nachtmarschen (bei Tage yerborgen liegend, um nicht von der Sonne geseben zu werden) bis zum Rande des Platzes, wo die Sonne autgeht. Dort bauten die Bruder [p.368] einen Wall, die Schlinge festzuknoten, and als die Sonne emportauchte, Feuer uber Berge und Walder spruhend, gerieth ihr Kopf in die Schlinge, die die versteckten Bruder rasch zazogen, trotz des wuthenden Umherfahrens des Ungeheuers. Maui stürzte dann mil seiner Zauberwaffe hervor, und ach (heisst es im nationalen Gesange), die Sonne schreit laut, sie brullt Maui versetzt ihr schreckliche Hiebe, er haut sie wund, fest halten die Bruder, bis sie zuletzt entlassen wird, vom Blutverlust geschwacht, so dass sie nur langsam und zitterd ihren Weg entlang kriecht. Damals war es, dass die Menschen den zweiten Namen der Sonne lernten, denn sie verrieth ihn in der Angst der Schmerzen, rufend: "Was that ich den Menschen, dass sie mich schlagen? Wisst ihr, was ihr begehrt? Warum denn wollt ihr Tamanoi-te-Ra todten? So horte man ihren zweiten Namen. Die Bruder liessen sie dann laufen. Ach, klaglich und jammerlich war es anzusehen, o Tamanui-te-Ra, wie du auf deinem Pfade entlang wanktest." Als das Sommermacher genannte Thier sich (um die Vogel und warmen Jahreszeiten herauszulassen) mit Hulfe eines Manitu in den Himmel begab, wurde es von den Himmebbewohuern erschossen und zeigt sich jetzt mit dem Pfeil im Schwanz am Himmel (Schoolcraft) bei den Indianern. Auf Samoa band der Hauserbaaer die Sonne mit einer Schlinge aus den Ranken der Itu-Pflanze. Mani-atalanga, jungster Sohn des Konigs Atalanga (nach dem Epos Mo'olelo), suchte die Sonne an den Strahlen zu fangen, um die Inseln zu vereinigen (auf Hawais) in ein Land. Auf Erromango kann man die Sonne langsamer gehen lassen (Williams und Calvert). Der Sohn Mangamangai's (auf Samoa) fing die Sonne (seinen Vater) in einer Rankenschlinge, damit er langsamer gehe und die Matten Zeit hatten, zu trocknen. In tatarischer Heldensage fangt der vater- und mutterlose Knabe den wie die Sonne glanzenden Wolf in einer Schlinge. Auf der Flucht vor den seine Vorfahren todtenden Thieren fangt der Zwergknabe der Ojibwaid mit der aus den Haaren seiner Schwester gemachten Schlinge die Sonne (die ihm seinen Doppelfeder-Rock verbrannt hatte), bis auf Berathung der Thiere die Blindmaus den Regenbogen (Eug-e-been-gwa-kwa) hinaufkroch, um die Faden durchzubeissen (und mit der Befreiung das Licht zuruckzugeben), aber dabei durch die Hitze in diminutiver Form zusammenschrumpft. Nach den Hundsrippen-Indianern fing der aus der Fluth gerettete Chapewee die Sonne in einer Schlinge. Bei den Karen hat Taywan seinen Streit mit der Sonne auszufechten (s. Mason). Reisende (den Einbruch der Nacht fürchtend) legen einen Stein an den ersten Baum am Wege, damit die Sonne nicht zu rasch niedergeht (in Yucatan) oder blasen ausgerissene Augenbrauen gegen dieselbe (s. Cogolludo). Als auf Apia (in Samoa) der Held sein Steinhaas wegen des schnellen Ganges der Sonne nicht fertig bringen konnte und die von ihm in einen. Kahn gestellten Schlingen zerrissen, erhielt er von Ito einen aus Ranken gedrehten Strick, der sie festhielt (Walpole). Als der Priester Maui auf Tahiti einen Marae baute, band er die Sonne mit ihren Strahlen an einen Baum, dass sie nicht zu früh untergehe (Forster). Maboui [p.369] regelt auf der von ihm gefischten Insel (wegen allzu langer Dankelheit and mangelnder Reife der Früchte) den Lanf der Sonne, so dass Tag and Nacht gleich sind (Moerenhout). Der für die Priester arbeitende Halbgott Maui (in Tahiti) fesselt die Sonne mit Cocosnussfasern, damit er bei ihrem langsameren fertig wird (Bennet). Aus den aberflassigén13 Strahlen von Vaishnava's Glanz bildete Viswakarma die gottlichen Waffen (nach der Vishnu Purana). Nach der Matsyu Purana verkürzte14 Viswakarma die Sonne aberall, die Fusse aasgesommen. Wie die Deutschen stellen Litthaner and Araber den Mond mannlich, die Sonne weiblich vor. Den Slaven ist der Mond mannlich, der Stern weiblich, die Sonne nentral. Bei den Phrygiem ward der Mond mänblich gedacht, als Lunus (deus Lunus). Die bärtige Venus in Cypros heisst [p.370] Aphroditos15 (bei Aristophanes). In Florida worde der Vogel Tonazalis als Boten der Sonne verehrt. Die wegen verweigerten Sonnendiensses aus Florida von den Apalachiten vertriebenen Cofachiten zogen (als Karaiben) uber die Antillen nach Sudamerika. Die Garrows (unter Buneah oder Hauptlinge) am Gebirgspass Baanjaun verehren die Sonne und den Mond, indem der Priester Waizenkörner in's Wasser fallen lasst, und (in abwechselnder Nennung von Sonne und Mond) bei einem Hinabfallenden die Verehrung bestimmt (Elliot). Das unterhalb des Polarcirkels gelegene Kustenland worde (bei den Lappen) von den Sonnensöhnen (Peiyen-pameh) oder Tagessohnen bewohnt (auf der Sonnenseite oder Peiyepele), das oberhalb liegende Polarland oder Manopele (Mond- oder Nachtseite) worde von den Mondsoknen bewohnt (nach Fjellner). Nach dem lappischen Liede von den Sonnenkindern (Peiyen manah) hatten der Sonne und des Mondes Tochter (Neitah) wilde Rennthiere gefangen und gezahiht. Als die Mondtochter diese schlachtete, musste sie zum Monde hinauf, wohin auch der verschlagene Askovity zur Strafe für seine Schelmenstreiche entruckt war. Die Sonnentochter, die sich eine Bennthierheerde erzog, wurde Stammmutter der Sonnensöhne, von denen das Geschlecht der Kalian Parneh oder Heldensohne (die die Schneeschuhc erfanden und Elenn zahmten) stammte, in den Himmel versetzt Orion16 (Aarons Stab) hiess Kalla parneh, der Jager mit dem Bogen (der grosse Bar) das Elenn im Stembilde Cassiopeia jagend. Am Anfang des neuen Cyclus wurde (bei den Muyscas) der Guesa (Irrende) oder Quihica (Thur) aus einem Dorfe (San Juan de los Llanos), nachdem er (im Sonnentempel zu Sogamozo auferzogen) die Wanderungsplatze Bochica's durchzogen (von 10-15 Jahren) an der Sonnensaule von den Pfeilen der Xeques (maskirten Priestern) zum Opfer erschossen. Die Slaven verehrten die Sonne als Sweixtix oder Znicz, den Mond als Zeitgott (Zisllog), die Feta den Nenmond (Muller), den Tscherkessen den Vollmond (Bell), als Mama-Quilla in Peru (Citlalicue oder Mutter des Menschengeschlechtes in Mexico). Auf den Antillen war der Mond, als Mutter des Grossen Geistes, die Erdgottin Jemao. [p.371] Der Mond mit seinem erzengenden und befiruchtenden Lichte, glauben die Egypter, sei der Fortpflanzung der Thiere wie dem Pflanzenwuchs ganstig, die Sonne aber mit ihrem ungemilderten Feuer erhitze ausdörrend Thiere und Pflanzen, einen Theil der Erde durch ihre Glath unbewohnbar machend und oft auch den Mond uberwaltigend. Daram nennen die Aegypter den Typhon immer Seth (das Herrschende and Bezwingende), fabelnd, dass Herakles in der Sonne sitze und mit hemmkreise, Hermes aber in dem Monde, denn die Wirkangen des Mondes gleichen den Werken des Verstandes und der Weisheit, wogegen die der Sonne durch Schlage mit Gewalt und Kraft vollbracht zu werden scheinen" (nach Plutarch). Die Egypter setzen die Kraft des Osiris in den Mond und sagen, dass Isis als Prinzip des Werdens ihm beiwohne [Sakti], deshalb nennen sie die Mondgöttin Selene, die Mutter der Welt, und legen ihr eine mannweibliche Natur bei. Von Helios erfullt und befiruchtet entsende und verstreue sie selbst wieder in den Luftkreis die Anfange des Werdens (Plutarch). Der Mond wird im Vollmond verfinstert, wenn die Sonne gerade gegenuber steht und der Erdschatten einsinkt, wie Osiris in den Sarg. Beim Neumond verdeckt er wieder die Sonne, aber nicht ganz, so wenig wie Isis den Typhon. Die Watjas bitten den neuen Mond, ihnen Kraft zu geben (nach Oldendorp). Heitsi-Eibib, der aus dem Osten kam, schaat17 allnachtlich (als Mond) auf sein Volk herab (bei den Hottentotten). Die Gumuri (bei Fez und Errif) galten für Anbeter des Mondes (nach Host). Sonne und Mond (Kinder des Mundilfori) sind (in Italien) Kinder der Talia. Der Speck der Sonne wird (nach den Namaqua) von den auf Schiffen fahrenden Leuten Abends (durch Zauber herabgezogen) abgeschnitten und sie dann durch Fusstritte fortgestossen. In dem Dorfe bei Hamburg wird die Sonne durch Werfen von Taschenmessern herabgezogen und (in Abfallen) Sterne geschnitzt. Die den Mond verfolgende Sonne macht ihn kleiner (nach den Kaffem). Der Mond vermindert seinen Kopf, indem er bei Kopfschmerz die Hand dorthin legt. Zielbog (der Zeitgott) hatte als Mondgott die Arme in Form eines Halbmondes erhoben (bei den Wenden). Die Neger in Fetu begrossen den Neumond mit Dankgebeten und in die Hohe springend (nach Muller), wie die Mandingo (Mungo Park). Aus Achtung für den Mond lieben die Tscherkessen, ihre Versammlungen im Mondschein zu halten und betrachten eine Mondfinstemiss als boses Vorzeichen (Bell). Die Titanin Selene (Tochter des Hyperion und der Thia) wurde spater mit Artemis identificirt Tschandra (oder Soma) bevorzugte (unter den 27 Tochtern des [p.372] Dakscha) Rohini. Die Mondgottin Jemao (die Mutter des grossen Geistes) wurde als Erdgottin verehrt (auf den Antillen). Mit Tonatrictli oder Tonatinh (als Sonne) worde der Mond von den Mezikanem als Tona oder Mezli verehrt. Citlalicae (im Himmel des Mondes oder Citlali wohnend) oder die Mondfrau (als Mutter des Menschengeschlechtes) war (in Mexico) mit Gitlalatonak (der Sonne) vermahlt. Im Mond (Ioh oder Jah) sitzend, kreist Hermes (bei den Egyptern) herum, vom Cynocephalos vertreten, in Folge des Monatsflusses der Aeffinn (s. Parthey). Das Anranchen der Zauberer (in Brasilien) schutzt die Kinder gegen die vom Mond rührenden Krankheiten. Wenn der Mond (bei den Botocuden) auf die Erde fällt, kommen viele Menschen am. Bochica (nach Lehren des Ackerbaues) verwandelte (nach der Ueberschwemmung des Rio Bogato oder Fanzha) sein boses Weib Haythaca in den Mond und zog sich als Idacanza zaruck. Die lunarische Göttergestalt (Men oder Ma) warde in Romana verehrt. Selene war die schwachere Schwester des Helios. Mondtempel standen auf dem aventinischen Berge. Die Saracenen verehrten den Mond als Cabar (gross). In den Tempeln der Sonne und des Mondes in Peking übt sich verschiedener Cult. Die Tartaren verehrten die Sonne als Vater des Mondes, der sein Licht erborgte.

Die Mondflecken sind (in Indien) der von Gott Chandas getragene Hase oder (nach den Mongolen) der von Buddha wegen Selbstopferung dahin versetzte Hase, nach den Grönlandern Spuren der Finger Malinas auf dem Rennthierpelz des Anninga. Die Wasser schopfenden Kinder Bil und Huiki werden (nech nordischer Sage) vom Monde weggenommen. Der am Sonntag Waldfrevel ubende Holzdieb sitzt (nach deutschem Volksglauben) im Monde (Kohlstauden stehlend, Mist bereitend, als Besenbinder Reiser bindend), ein Gemusedieb (in Holland), ein Dornbuschtrager (in England); Isaac (mit Holzbundel), Cain (mit Dorubusch), Thranen der Maria Magdalena. Nach krainischer Sage heisst der Mann im Monde Kothar und macht ihn durch Wassergiessen wachsen. Die Neger sehen im Monde einen Mann, der die Trommel schlägt (Bosman). Bei den Paria (in Guiana) hielt man die Flecken für einen Mann, der wegen begangener Blutschande mit seiner Schwester gefangen sitze. Als der Neuseelander Rona sich Nachts beim Wasserschopfen den Fuss vertrat und den Mond auf sich zukoinmeo sah, klammerte er sich angstvoll an einen Baum, wurde aber mit demselben in den Mond gerissen. In Landau zeigt man den Mann im Monde mit den gestohlenen Kebenhasel unter dem Arm, dass die Kinder nicht in die Weinberge gehen. Die Spinnerin im Monde spinnt die Marienfadchen oder Sommerseide (in Salzwedel). Beim Besprechen der Warzeu und Wurmer wird der Mond angesehen. Im zunehmenden Mond wird gepflanzt, das Bauholz geschlagen, im abnehmenden werden die Stuben geweisst (im deutschen Volksglauben). Hochzeiten sind im zunehmenden Monde zu feiern, Erbsen und Buchwaizen sind im abnehmenden Monde zu pflanzen, sonst blühen sie zu lange. Chandras (Gott des Mondes) tragt einen Hasen (sasa) in Indien [p.373] im Mond oder Sasin (Sasanka oder Hasenfieck). Bogdo dschagdschamuni, der sich für einen Hangemden in einen Hasen venvandelte, warde von Churmasta in den Mond versetzt (bei den Mongolen). Malina oder Ajura (die Sonne) schwarzte den weissen Rennthierpelz ihres Braders18) Anningait oder Anningasina, des verfolgenden Mondes (nach den Grönlandern). Nach den Rappinem steht im Monde19) ein Schmidt mit Amboss und Hammer (Schwartz). Bei der Geburt eines jeden Menschen wird ein neuer Stem an den Himmel gesetzt, glänzt der Stem schon, so wird er reich, wenn er nicht glanzt arm. Stirbt ein Mensch, so fällt sein Stem vom Himmel, als Stemputzen (Panzer) in Kempten. In Tonkin werden die sieben Planeten als Idole verehrt. In Lakonien waren sieben Säulen den Planeten errichtet. Die Constellationen Nesta oder der Adler, Aijuk oder die Ziege, Tagatho oder die Plejaden und Sawaha (Alhauwaa) oder der Schlangentrager hatten ihre Bilder bei den Sabäern. Anazimander betrachtete die Gestime20) als eben so riele Götter. Alle himmlischen Körper sollen ehedem Grönlander oder Thiere gewesen sein, die durch besondere Fatalitaten hinaufgefahren und nach Verschiedenheit ihrer Speise blass oder roth glänzen. Die Chaldaer nehmen an, dass von den Waudelstemen, welche sie Geburtsgotter nennen, zwei wohlthatig sind, zwei fibelwollend, die ubrigen von mittlerer und unentschiedener Natur (Plutarch). Ohmahanck-Numakchi, der (geschwänzte) Herr des Lebens wohnt (bei den Mandan) in der Sonne (s. Neuwied), wie im Mond die Alte, die nie stirbt (mit den Flecken als Erdte). "Die Tartaren bilden sich ganzlich [p.374] ein, der oberste Lama sei dergestalt unsterblich, dass er sich erneuere wie der Mond" (Avril). Die Seelen der Zauberer schweben um den Mond, der Gemeinen durch die Fluren (bei den Guaycuras). Die Guatos verehren die Gipfel der Serra dos Dourados. Auf der Insel Wollin (Julin) wurde die Sonne besonders in der Gestalt eines Kopfes, das Gesicht mit Strafalen und auf der Brust ein Rad verehrt. Das bei der Wiederkehr der Sonne dem Odin oder Frejo gefeierte Fest worde von dem Rad am Sonnenwagen das Jael- oder Jolfest genannt. Auf die Borsten des dem Frejo gemästeten Schweines wurden am Vorabend (am Hofe des Königs) die Hände gelegt, zum Gelübde, und nach Opfern des Juel-Schweines hielt man Opfern-Gille mit Trinken and Schmausen unter Backen des Ringelbrotes (s. Berlepsch). Das vom Mond zu den Menschen gesendete Insect mit seiner Nachricht ("Wie ich sterbe und sterbend lebe, so sollt auch ihr sterben und sterbend leben'') worde vom Hasen aberholt, der den Menschen als Nachricht des Mondes verkundete: "Wie ich sterbe and sterbend amkomme, so sollt auch ihr sterben und gänzlich amkommen." Der daraber erzumte Mond schlag dem Hasen seine gespaltete Nase and dieser zerkrazte das Gesicht des Mondes (in den Flecken). Seitdem essen die Nama-Hottentotten das Fleisch des Hasen (ausser Knaben vor der Mannbarkeit) nicht (s. Hahn). Gurikhaisib, der erste Mensch, der mit seiner Mutter im Lande der Hottentotten wolinte, lebte in Freondschaft mit den Thieren und gewann ihnen im Wurfelspiel alle Perlen ab. Die Fasssparen des Einzigen-Menschen findon sich auf der Felsplatte von Hoachanas. Umkulunka (der erste Mensch) schickt das Chamaleon als Boten der Unsterblichkeit, und dann mit entgegengesetzter Bestimmung den schneileren Salamander (bei den Zulas). Im Streite zweier Götter wollte der Mond (Ra Vula), dass die Menschen im Tode verschwinden und gleich ihm wieder erscheinen sollte, wogegen die Ratte (Ra Kalavo) bestimmte, dass der Mensch sterben sollte, wie die Ratte, und so wurde es entsehieden (auf den Fiji). Das vom Mond mit der Nachricht des Lebens zam Menschen geschickte Insect überliess seine Botschaft dem schnelleren Hasen, der das Sterben verkundete und deshalb mit einem Stück Holz vom zomigen Mond die Nase gespalten erhielt (s. Kronlein) bei den Hottentotten. Der (nach den Namaqua) mit der Botschaft des Lebens vom Mond geschickte Hase verkündet das Sterben und hatte deshalb durch den zomigen Mond mit einem Stock die Nase gespalten (s. Knudsen). Der mit der Botschaft des Lebens21 vom [p.375] Mond znr Erde geschickte Hase (in Sudafrika) gab die Botschaft des Sterbens gab, und krataste dem Mond, der ihm mit einer Axt die Nase spaltete, die Flecken in's Gesicht (Priestley). Der mit der Botschaft22 des Lebens gesandte Hase verktodete das Sterben (s. Alexander) und die alten Namaqaas vermeiden deshalb aus Hass, sein Fleisch zu essen. Nach den Mintiras hatte die Sonne so viele Kinder wie der Mond (in den Stemen), da aber die Menschen die Hitze nicht ertragen konnten, beschlossen beide, ihre Kinder zu verschlingen, wie es die Sonne that, wogegen der Mond die seinen verbarg und erst bei Nacht ausbrachte, dafur über von der Sonne verfolgt wird, die ihn (bei den Ho) in zwei Theile haut. Um die in den Ecclipsen23 sterbende Sonne bei der Wiederbelebang zu unterstützen, stecken die Odjibway [p.376] Kohlen auf ihre Pfeispitzen und schiessen sie zum neuen Anzunden des Licktes nach dem Himmel empor (Jones). Nach den Matagnyos (im Ghaco) werden die Ecclipsen durch einen grossen Vogel vemrsacht, der mit ausgebreiteten Flugeln herabsteigend, das verfinsterte Gestim vorubergehend todtet (d'Orbigny). Bei Mondfinstemissen schlagen die Grönladern (auf den Hausdächern) auf Kisten und Kessel (Cranz). Die afirikanischen Mauren schlagen Kupfergerath aneinander. Die Araukaner halten Finstemisse für den Tod des Mondes. In Cumana waren bei Ecclipsen die Eheleute Sonne und Mond in einem Zank verwundet. Bei Sonnenfinstemissen suchte man durch Seibstverstummelung die Sonne zu bewegen, ibr Licht wieder zu geben (in Südamerika). Nach den Peruanern hielt die Sonne bei Ecclipsen ihr Angesicht aus Zorn verborgen. Um den betaubten Mond zu erwecken wurden Honde geprdgelt. Bei den Celten suchte ein Riese den Mond zu verschliogen. Hraban ( 856) hörte das Volk bei Fulda lärmen, um dem kranken Mond beizustehen. Von den Wolfen fährt Sköll hinter der Sonne, Hati (Mana garmr oder Mondhund) hinter dem Monde her. Oro (Sohn Taaroa's) stieg mit seinen Schwestem (Teouri und Oaaoa) durch den Kegenbogen (Anoaanoua) auf die Erde nieder (auf Tahiti), und so Bochica nach der Fluth. Der niedrigste Himmel (des Regenbogens) ist im Herbst der Erde am nachsten und wird dann von dem jungen Angekok besucht. Auf den Carolinen stieg der Jungling Ulefat, um ein himmlischer Geist zu werden, auf der emporwirbelnden Rauchsaule24 eines angezundeten Feuers auf, von seinem gottlichen Vater25, der ihn mit irdischer Frau gezeugt, empfangen. Hält die [p.377] Sonne den Regen allza lange znrfick, wird sie von den zomigen Stemen gesteinigt (Gordon) auf den Nen-Hebriden. Ein (gespenstiger) Halbmond (urdharmani oder Mond der Nome Urdher) weist auf ein kommendes Sterben (Eyrbyggja Saga). Jeder der Monatstage des nach dem Aufgehen der Plejaden getheilten Jahres in Tahiti fährte einen besonderen Namen (an einen Gott geknupft). Wenn eine Stemschnuppe fallt, so stirbt in dem Augenblick ein Mensch (in Oldenburg). Jeder Faden der Werpeja (Spinnerin) endet in einen Stem, der beim Tode abreist (nach den Litthauem). Aus der Wasserprobe des Oben-Schwimmens worde der zur Zeit einer Verfinsterong des Mondes durch Rahu von Tasodhara geborene Rahula als Sohn des Sakya-thubpa (der seit sechs Jahren der Welt entsagt hatte) erkannt.

Die Plejaden sind zum Himmel gestiegene Franen, die (wahrend sie Worzeln gruben) von ihren Mannem um die gejagten Kaninchen betrogen wurden, ausser der jungsten, deren Gemahl deshalb mit derselben Schilfmaschine zum Himmel in den Taurus stieg (in Californien). In Hinterindien heissen die Plejaden die Henne mit den Küchlein. Die Töchter des Atlas und der Pleione wurden (von der Liebe des Orion verfolgt) in das Siebengestim der Plejaden versetzt, in dem aber nur sechs Sterne heller hervorscheinen, da solche Liebesumgang mit Göttern gehabt haben, wahrend Merope sich schamt, in Sisyphus von Ephyra oder Corinth, Vater des Glaacas (Vater des Bellorophon), einen Sterblichen geheirathet zu haben. Venus heisst Chosca (Langhaar) in Peru. Nach Jornandes waren den Gothen ausser Planeten und Himmelszeichen 344 Sterne (die von Aufgang nach Untergang rennen) bekannt (zur Zeit des Dicenaeas). Nach den Peruanern hatte jede Thiergattang ein Individuum ihresgleichen unter den Stemen am Himmel. Nach den Tarucares werden Thiere in die Gestirne versetzt (als Zodiacas). Thiere finden sich im Cydas der Kirgisen. Die nomische Bedeutong des Thierkreises wird in Hinterindien verwerthet. Die Erscheinung der Plejaden (Gnougnou gnougnou) zeigt den Bambaras die Säzeit an. Der grosse Bar heisst Gniamoa-dolo (Stem des Kameels26), Cassiopeya Faali-dolo. Der Morgenstern ist ein abgeschiedener Mönitarri (Wied). [p.378] Der Stem Venus ist (nach den Karaiben) Gattin des Mondes (bald auf dieser, bald auf jener Seite stehend). Von den Karaiben wurde der Häuptling Rakumon in einen Stern verwandelt, ebenso Sawaku (der Blitz und Donner erzeugt), Achinaon (Gott des Regens und Windes), Goarumoh (der Meergott der Starme). Nach den Digniten (in Südamerika) werden die Seelen in Sterne (bei den Hauptlingen in Kometen) verwandelt. Die Tapayas singen and tanzen beim Erblicken des grossen Bären (in Südamerika). Im Tempel der Venus in Mexico wurden Menschen geopfert Nach den Californiern sind Sonne, Mond, Morgen- und Abendstem Männer und Weiber, die Nachts im Meere zuruckschwimmen. Die Pawnees opferten dem Morgenstem vor dem Anbau der Felder. Drei in einem Kahn reisende Bruder bilden eine Stemgrappe bei den Indianern (Schoolcraft). Der grosse Bar oder Barin (Okuari) wird von drei Jangen verfolgt (die drei Sterne des Schwanzes) bei den Indianern (das Siebengestim heisst der Tanzer oder die Ttozerin), die Milchstrasse ist der Pfad der Geister. Der Gurtel des Orion heisst Whacka oder Canot (in Neuseeland). Die Plejaden sind sieben Neuseelander, mit einem Auge erscheinend. Das Sternbild des Ankers kommt Nachts und geht Morgends unter. Als Heckotoro (Gott der Thranen und Sorgen) sein gesuchtes Weib nach langem Irren fand, wurde er in dem zusammengebandenen Canoe in das Sternbild Ranghec versetzt. Bei den Finnen heisst Orion, das Schwert Wianamoinen oder die Sichel (Wianamoinen wikate). Die Planeten sind (nach den Grönlandern) Weiber, die sich besachen und zanken, die schiessenden Sterne sind Seelen, die vom Himmel zum Besach in die Hölle reisen, der grosse Bar heisst Takto (Rennthier), das Siebengestim Kelluktarset (einen Baren hetzende Hande), die Zwillinge Killak kattak (des Himmels Brustbein), der Orionsgortel Sicklat oder der Verwilderte (auf dem Seehundsfang Verirrte werde dorthin gesetzt). Nachts steht Arctarus am Himmel im Kreise der Gotter, bei Tage aber wandelt er unter den Menschen, and auch andere Gestirne fallen Nachts auf die Erde, um Jupiter Bericht za geben von den Thaten der Menschen (Plautus).

Die Patagonier sehen in den Sternbildern27 Indianer die Strausse jagen, mit deren Federn die Milchstrasse bestreat ist Nach Witakind ist die Milchstrasse von dem Helden Hering benannt. Die Milchstrasse heisst (bei den Walachen) Trajan- [p.379] olui (Weg Trajans). Die Bassutos nennen die Milchstrasse den Weg der Gotter. Iring erschlung seinen Hernn Inninfried (König der Thoringer) und bahnte sich (von Dietrich, König der Franken, verwiesen) seinen Weg, wie es die Milchstrasse zeigt (nach Witakind und Corvey), als Ermingetrete in England (Irminstraza). In Rinteln heisst die Milchstrasse der Mühlenweg. Bei den Indianern (Nord-amerikas) ist die Milchstrasse der Pfad der Seelen. Von den Sternbildern28 wird Lyra, als Urcuchillay (buntes Schaaf ) von den Hirten verehrt (in Peru). Das Sternbild Catischillay Urcichullay stellte Schaaf und Bock dar. Die Waldbewohner verehrten das Sternbild Chaqaichinchay oder Tiger (zum Schatz gegen wilde Thiere) und Acochinchay, das Sternbild Machacaay (im Bild einer Schlange) schützte gegen Schlangen. Die Plejaden sind eine Henne mit sieben Küchlein (im deutschen Volksglauben). Die Sterne waren früher Menschen, Seethiere oder Fische (nach den Grönlandern). Die blasseu essen Nieren, die rothen Leber. Dzawindanda (dessen von den Herrschem von Toltidan-Tamazciac stammender Ahnherr die ihn brennende Sonne durch Pfeilschoase zum verbergen hinter das Gebirge gezwungen) schaf (durch [p.380] Ausschütten eines Erdsackes bei Tilantongo) Kriegsheere, um (als Atonaltzin oder Wassersonne) den Mixtequen zu unterwerfen (von Montezuma I. besiegt). Der Abendstern heisst (an der Goldküste) Kekye oder Kekyepevarre, als Heirathslustiger (verlobt mit dem Monde, dem er nachlaaft). Die Seelen steigen die Milchstrasse29) auf (bei den Odschi). Bei den (von den Charlotteninseln ausgewanderten) Kaiganen (sadlich von den Koloschen) erscheinen die Seelen der im Kampfe Gefallenen (Tahiti) den Ueberlebenden im Nordlicht (sa-hattei oder erschlagene Leute) wahrend die naturlich Sterbenden in der Erde zorackbleiben (s. Radloff). Bei den Kaiganen mussen Heirathai in ein anderes Geschlecht erfolgen (zwischen Raben- nod Wolfsstamm). Unter den schwarzen Tartaren (Mongolen) gehorten die Urjangckut zu den Stammen Ckian und Neguz (wahrend die Urjangckut-Fescheh oder Wald-Uijangckuten innerhalb der Grenzen Borckudschin Tugrums nicht zu dem Stamm der Mongolen gehorten). Die Uijangckut, die an dem Schmelzen in Ergeneh-Ckun Theil genommen haben wollten, pflegten ein vom Blitz erschlagenes Thier nicht zu berohren und beim Gewitter auf Blitz und Donner zu schimpfen, um durch ihr Geschrei den Donner zum Stillschweigen zu bringen, wahrend die anderen Mongolen während des Donners, der durch ein drachenähnliches Thier hervorgebracht wurde, sich furchtsam in den Häusern hielten. Nach [p.381] Erdmann pflegt der gemeine Mann unter den Tartaren Russlands derb auf Donner und Blitz zu schimpfen30 und ebenso hoffen die Einwohner in Bassa in Afrika dadarch (s. Heinzelmann) bei Mondfinsternissen die Sonne zu verscheuchen, die den Mond verfolgt. Die Einwohner der Insel Ualan bewafnen sich mit Flinten und Steinen, um die entfesselten Geister der Todten in die Flacht zu treiben. Der vom Windgott Aeolas stammende Salmoneus (erst mit Alcidice, dann mit Sidero vermählt) ahmte in Salmone den Blitz nach. Die Abchasen nahen sich vom Blitz erschlagenem Vieh nur tanzend. Numa Pompilias lockte den Blitz herab nach etruskischer Weise. Unter den schwarzen Tartaren oder Mongolen war die von dem nach Ergereh Kun entflohenen Paare stammende Volkerschaft der Ckunckurat, die sich von Bestui zerrin oder Goldgefäss ableiteten, uber die Essen der ubrigen Volker vor der Berathong ausgezogen, und die anderen Mongolen, die sie wegen dieses früheren Ausziehens hassten, schrieben den unter den Ckunckurat haüfigen Fussschmerz dem Einherschreiten über die Kohlen31 zu. Auf enge Localität [p.382] beschrankte Stamme, die sich dort als Herren fühlen, werden (ebenso wie unumschränkte Tyrannen) auch herrisch gegen den Himmel auftreten (besonders also in Inseln und Bergthalern), während volker, die auf Wanderungen uber der Erde schon machtige Feinde angetroffen haben, desto mehr von der Macht des Ueberirdischen dorchdrungen sein werden.

Ursprunglich lagen Erde und Himmel dicht aufeinander, sie hielten sich umschlossen, wie Uranos and Gaea, Kinder zeugend, die, um Luft zu gewinnen, ihre Eltern (Papa and Rangi der Maori) aus einander drängten. Anfangs mussten in Afrikadie Menschen noch gebückt gehen, dann hob sich der Himmel zur Manneslange, aber noch stiessen die Frauen daran mit ihren Morserkeulen beim Kockosstossen, bis auf ihre Bitten ein Mann den Himmel noch höher hinaufstiess, und dann flog er so weit zurück, dass er die Gebete nicht langer erhoren kann. Der von der Taro-Pflanze etwas gehobene Himmel, an den die Menschen noch mit den Kopfen stiessen, wurde durch einen Mann far einen Wassertrank von einer Fran emporgeschoben (auf Samoa). Himmel und Erde32 aufeinanderliegend wurden durch die Pflanze Dracontam polyphyllam getrennt und der Gott Ru schiebt den Himmel weiter in die Höhe (auf Tahiti) oder (auf Rarotonga) ihn erst zur Höhe der Tevaypflanze, dann des Feigenbaums, dann bis zu den Bergspitzen, dann bis oben (als Himmelsheber) schiebend (als Libellen unterstutzt batten, die Banden zu lösen). Als Maui das Seeungeheuer (Tintenfisch) tödtete, flog der zurückgehaltene Himmel nach oben (auf Raiatea). Ehe der früher nahere Himmel sich zurückzog, theilte er Weisheitslehren mit (in Akwapim). Als Tane-mahuta (der Gott der Walder) die Eltern Rangi und Papa (Himmel und Erde) auseinander gerissen, zurnte der nicht einverstandene Tawhiri-ma-tea und bekampfte seine Brüder, bis durch Tu-matawenga (der Gott der Menschen) besiegt, der seine ihn nicht unterstutzenden Brüder deshalb als Nahrung verbrauchte, unter passenden Incantantionen für Tane-mahuta (Gott der Baume), Tangaroa (Gott der Fische), Rongo-ma-tane (Gott der süssen Kartoffeln und Culturpflanzen), [p.383] Haumia-tikitiki (der Farren- und wilden Esspflanzen). Seine unsterblichen Nachkommen vermehrten sich bis zar letzten Generation in Mani-taha, dessen Kinder sterblich wurden, weil Mauitikiti die Gottheit Hinenuitepo getäuscht hatte (s. Grey). Den wegen der Ewigkeit nie alternden Glimmel bezeichneten die Aegypter (nach Plutarch) als Herz fiber einer Ranchpfanne. Die Mexicaner beteten zum Herzen des Himmels. Dem Zeus auf Berghöhen opfernd, riefen die Perser dae Himmelsgewolbe an, und ausser den Opfern für Sonne, Mond, Erde, Feuer, Wasser und Winden batten sie von den Assyrern die Urania (Mylitta oder Alitta) oder Mitra angenommen. Den ersten der glohenden Steine weihten die Lenape dem Walsit Manitu (Geist des Hunmels), die anderen der Sonne, Mond, Erde, Feuer, Wasser, Haus, Mais und den vier Weltgegenden. Bei den Delawaren folgt der Sonnengott auf den obersten Himmelsgott. Bei den Mingos ist Michaba Gott des Himmels (ais grosser Geist), Tharonhiouagon (Tarenyawagon) oder Hiawatha (Halter des Himmels, der den Himmel auf alten Seiten befestigt) genannt. Oki (bei den Haronen) wohnt im Himmel (Areskowi). Bei den Irokesen bezeichnet Graronchia den Himmel und den Herrn des Himmels (Sironhiata bei den Huronen). Kiwasa der Virginier wohnt im Himmel. In Florida wurde als Schöpfer Aguar verehrt, im Himmel wohnend, woher das Wasser und alles Gute kommt (Nunez). Die Yorubas glauben an Olorun, als den Herrn des Himmels (Tucker) und die Yebus beten (nach d'Aveyzac) zu dem nnsichtbaren Weltschopfer, als König des Himmels. Bei den Bonny und bei den Makuas (in Ostafirika) dient dasselbe Wort für Gott, Himmel und Wolken. Die Odschis (Ashanti) nennen das höchste Wesen mit demselben Namen wie den Himmel (Riis).—Als Schöpfer verehren die Gallas den Himmel33 oder Wak, der den ersten Menschen (Walal) aus Thon bildete und mit einer Seele begabte. Als an einem Festtage ein Portugiese in der Stadt des Jaiteve einen Ochsen geschlachtet, musste derselbe (wegen des Verbrechens gegen Molungo) unberuhrt bleiben, bis der Musimo (Heilige) des Tages käme, ihn zu verzehren (nach Santos). Statt dem Molungo im Himmel wird der Regen dem mit den Geistem der Vorfahren communicirenden Juiteve zogeschrieben. Nachdem Tamoi (der Alte vom Himmel) dem Grossvater der Guarini den Ackerbau gelehrt, entschwand er zum Himmel. Nach der Schöpfung stieg der altere Geist zum Himmel, während der jungere, auf der Erde bleibende, aus der Erde Sohne bildete und sie bei Tage unterrichtete, während sie bei Nacht von der herabkommenden Mondgottin behatet worden. Als der Vater die Sohne vemachlassigte, weil er mit der Mondgottin zu liebeln angefangen, entschwand er zuletzt ganz zur Sorge seiner Sohne, die aber ihren Schmerz erleichtert fuhlen, als die Nacht durch [p.384] Strahlen des Morgens verscheucht wurde, und sie zugleich einen Saugling als Unterpfand des Vaters vor der Thur der Hutte fanden. Bei Nacht stieg dann der Vollmond am Himmel empor.

Bei der Verehrong des Himmels durch seinen forstlichen Sohn, war in fruhester Anschauung der Sonnengott, der in ewig unveränderlichem Gesetze mit dem Stemenheer sich am die Erde wälzt, der allmachtige Regierer alles physischen und organischen Lebens, in dessen wohlgeordnete Herrschaft zuerst die Drachenbahn der unregelmässig bewegten Planeten eine Storung zu bringen anfingen. Indem der emporwachsende Geist des Menschen, der, wie der zweifelnde Inca, in dem Zwang des Natargesetzes die Freiheit vermisste, aber den astronomischen Kosmos hinausstrebte, so mussten die metaphistischen Gottheiten geschaffen werden, die jenseits der Himmelsfeste thronen, und der Mensch, der diese omsonst in Olymp erstürmenden Thurmbauten zu zertrummern gesucht hatte, zerbrach sie subjectiv, aber für ihn ebenso erfolgreich, in dem Kalender. Durch das kriegerisch bunte Spiel des Maya wurde in den Schalttagen, die Merkar dem Monde abgewonnen, Osiris geboren und der Herr des Alls trat hervor an das Licht.—Die Mexicaner nannten die fanf Schalttage Nemontemi (natzlose), weil an ibnen nicht gearbeitet wurde (s. Cabrera), wie sie Hermes erspielie. Die Maori rechnen von dem Monat des Pflanzens bis zu dem des Erndtens nicht die ubrig bleibende Zeit. Prometheus raubt das Feuer vom Sonnenwagen (nach Aeschylos) und aus Hephastos Schmiede auf Lemnos. Quetzcaluatl schattelt das Feuer aus seinen Sohlen in Tula. Paivan paika gewinnt34 für Wainämoinen das vom Hecht verschluckte Feuer. Talangi bringt Feuer [p.385] von der unterweltlichen Fran Mafuike (nach Duke-York-Insel), Hiro von Seereisen (Tahiti), Tawhaki vom Himmel (Maui von der Urahnin). Die Zwillingssteme warfen Feuer herab (in Tasmanien). Bei den Karen stiehlt ein Vogel von Muchaki Feuersgluth. Das Nothfeuer bei Viehseuchen wurde (nach Reiske) durch Bohren (in Deutschland) erhalten (XVII. Jahrh.) in Hannover (1828). Wildfire (gebohrtes Feuer) in England bei krankem Vieh (1826). Nach Brand masste (in England) in der Osternacht alles Feuer verloscht und neu geweihtes vom katholischen Priester geholt werden (aus dem Steine geschlagen). Die Capitularien Carlomans verbieten Mos sacrileges ignes, quod niedfyr vocant (VIII. Jahrh.). Für das Johannisfeuer wurde (1593) das Nodfure von Holz gesagt (s. Grimm). Aus Reiben eines Ahornstabes auf Birkenholz erzeugen die Russen (am Feste Florus und Laurus) lebendiges35 Feuer, um die durchgefuhrten Pferde zu reinigen (Le Roy). Nach Price wurde (auf den Fidschi) Thon an der Aussenflache einer Fruchtschaale geformt (durch Harzanstrich wasserdicht). In alten Oefen des Missisippi-Thals zum Brennen von Thongeschirren findet man noch die Kürbiss-Rinden, woruber sie modellirt waren (nach Squier und Davis). Nach dem Prinz Maximilian von Wied wurden aus grauem Thon gefertigte Gefasse (am Wabash-River) in einem Tuche oder Korbe geformt. Auf den Freundschaftsinseln wurden Thongeiasse zum Formen in Flechtwerk eingeschlossen. Nach Wilson wurden die alten britischen Urnen durch Umgebung eines Flechiwerkes von Binsen oder Stricken geformt (in Woll nach Frerch). Die Hundsrippen-Indianer fertigten (nach Mackenzie) ihre Topfe aus so dicht verflochtenen Wurzeln, dass sie Wasser hielten, um mit heissen Sieinen zu kochen. Die Kamschadalen gebrauchien Holziroge zum Kochen (Kracheninnikow). Nach Thomson legten die Neuseelander heisse Sieine in das Wasser von Holzgefassen. [p.386] Nach Linné (1732) ward das finnische Getrank Lura durch glahende Steine bereitet. Kessel von zusammengenahter Rinde bei den Ostjäken (Ysbrant Ides). Kessel von Tannenrinde (der hoch über das Feuer gehangt wurde, ohne von den Flammen erreicht zu wurden, am Unijah oder Peace-River des Felsengebirges (nach Mackenzie). Die Gauchos kochen das getödtete Thier mit den Knochen, wie die Scythen (bei Herodot). Erman sah (zam Kochen des Blutes) den Wanst des geschlachteten Thieres als Geschirr brauchen, wie die Rennthier-Koriaken (nach Krachenninnikow). Hautkessel unter den Eskimo (Frobischer). Die Bewohner der Hebriden kochen das Fleisch mit Wasser im Wanste oder in der Hant des geschlachteten Thieres (Buchanan). In den Pahnenspathen werden in Südamerika Speisen gekocht (Spix und Martias). Die Dayaken gebrauchen gespaltenen Bambos36 zam Kochen. Die Eskimo verfertigten feuerbeständige Geschirre aus Lapisollaris (Topfstein). Gonneville (1503) sah in Südindien mit Thon beschmierte Holzgeässe zam Kochen (Gogaet). Nach Hall (1605) kochten die Grönlander in Geftssen, deren Boden aus Stein, die Seiten aus Wallfischflossen bestanden. In Unalaschka sah Cook Steingefasse mit Seitenwanden von Thon. Die Asinais37, die das Feuer durch Erstlinge in dem Schöpfer (Niacaddi) verehrten, glaubten, dass im Anfang der Welt die Erde mit riesenhaften und schreckhaften [p.387] Geistern bevolkert gewesen, so dass ihre Vorfahren sich (um den Verfolgungen derselben za entgehen) in Bären, Cojotes und andere Thiere [Gotter der Aegypter] verwandelt hätten, von denen sie abstammten. "Der Tempelhüter (der Natscher) legt von Zeit za Zeit zwey oder drey Scheiten an, jedoch nur bey dem Ende, und schiebt sie nach. Sie dorffen nicht fiber, sondem nebst einander liegen, womit die helle Flamm38 verhutet wird" (Petit) 1730. Das Feuer auf dem Altar worde als Reprasentant der Sonne am Himmel verehrt.

A. B.


FOOTNOTES

1 Als die im Osten (nach dem Feueropfer eines Menschen) auf hende Sonne, der die Thiere (die sich verwettet hatten) geopfert wurden, den Tod aller Helden (der Chichimeken) verlangte, schoss Citli seine Pfeile auf sie ab, wurde aber vom dritten selbst durchbohrt, und dann starben die Helden durch die Händ des Tapfersten, des Xolotb, der sich zuletzt selbst opfert.—Die Sonne wurde mit dem Monde von den Anziko's Monsols angebetet—Michu Oder Atahokan, der Grosse Geist der Irokesen (als grosser Hase; heisst Tharanhi conagon (der den Himmel umarmt) oder Harakouannentakton (der die Sonne anbindet).—Zu Toulouse frand sich ein Tempel der Sonne.—Alexander M. opfert der Sonne, dem Monde, der Erde.—Bei den ^ochiemies (in California) empfehlen die Alten, un heissen Tagen herrorzukommen und die Sonne zu verehren, da sonst auf der Jagd kein Wild erbeutet werden wurde.—Die Tartaren ostlich vom Imaus brachten die Erstlinge der Nahrung der Sonne, dem lacht, dem Feuer, der Erde.—Ausser der Erde (Mon-Kalzin) und dem Wasser (Wu-Immar) verehrten die Wotjaken die Sonne (als Sitz der grossen hottheit).—Die Tschuwaschen opferten der Sonne im Anäng des Fruhligs (bei der Saat), dem Monde in jedem Neumond.—In Verehrung des Sonne kehrten sich die Indier tanzend nach Morgen (Lucian)—Sonne und Mond wurden auf Sumatra verehrt—In Thessalien wurden der Sonne heilige Raben unterhalten.—Nach Epicharmus (Schuler des Pythagoras) waren Sonne, Mond, Gestime, Erde, Wasser und Feuer Gotter. Orpheus entieig tijflich einen erhabenen Ort, die Erscheinimg der Sonne, als grossten Gott, zu erwarten.— Agamemnon opfert (bei Homer) der Sonne und Erde.—Im Oedipus (des Sophokles) ruft der Cher die Sonne, als Oberbaupt der Ootter, an.—Tempel der Sonne, des Mondes, der Venus wurden im alten Byzanz erwähnt—Tatius errichtete in Rom Tempei der Sonne, dem Mond, dem Saturn, Licht und Feuer.—Die Accitaner in Spanien batten der Sonne als Mars eine Statue errichtet mit strablendem Haupt—Nach Alkmäon in Krotona batten die Gotter ihren Sitz in der Sonne, dem Monde und anderen Oestimen.—Bei den Persem lenkt der Engel Chur die Sonne.

2 Wahrend Herakles in seinen zwolf Arbeiten das Umkreisen der Sonne durch die zwolf Zeichen representirte, war im Dionysius, wie in den Mythen von Osiris, die Wiederauferstebung des gestorbenen Gottes, symbolisirt—Als die Fluth kam (nach den Koloschen) flog der Bruder Chethl (Donner oder Blitz) nach Südwest, seiner Schwester Agbischanukbu (das unterirdische Weib), die in den (erloschenen) Crater des Berges Edgecomb bei Sitka stieg, versprechend, dass sie ibn, obwobl nicht sehen, doch boren werde. Und so kommt er jahrlich nach Sitka geflogen, Donner ist das Geränsch seiner Flugel, Blitz der Glanz seiner Augen (s. Holmberg).—Nach den Honnitarris ist der Donner das Flugelgerausch des grossen Vogels, der auch den Regen verursacht; der Blitz entstebt, wenn der Vogel umberblickt und sucht.

3 Die Residenz des Suryas oder Mihiras (als Lakapälas) liegt südwestlich in Wiwaswati Mer Bbaswati mit dem Juwelenpalast Manimandapas, der in seiner Abwesenbeit durch Nirritis Oder Nairritas gebntet wird.—Tschandras oder Indus (Somas oder Widhus) heisst Atridrigdschas Oder Atrinetraprasutas, well aus einem Blitz entstanden, den Atris (zu den zebu Rischis gehorig) aus seinen Augen auf die Milchstrasse schleuderte.—Das Yulfest wurde bei Wiederkehr der Sonne gefeiert—Der Oeburtstag des Mithras, in einer Grotte geboren, wurde (in Rom) den Achten vor den Calenden des Januar gefeiert (als natalis invicti).

4 Das peraiache Fest Chonare bei den Scythen (s. Plinius) führt auf die Sonne in Khosroes, wie Chormizdas.—Bei den Geten, dem machtigsten Stamm der Thraker (bei Herodot), war Zamolzis mit einem Bärenfell bekleidet (Salmon bei den Thraciem als Doros).—L'expression San-Kouang (les trois clartes) designe le soleil, la lune et les etoiles. Ils eclairent le monde par l'ordre du maitre du ciel et repandent en tous lieux leur lumiere bien faisante. C'est leur manquer de respect que de les montrer brusquement du doigt (nach Thai-Chang).—In einer Darre wurde dem Gouvemeur Tsengkong durch einen Traum eroffnet, einen Alten, der mit einem Schirm erscheinen wurde, zum Beten für Regen (der erfolgen wurde) anzuhalten, da seine ubernaturliche Kraft in dem Schirm lage, mit dem er sich wahrend seiner 80 Jahre immer beim Verrichten der Bedurfhisse bedeckt habe, um die drei Helligkeiten nicht zu beleidigen (Stanislas Julien).—Die Odjibways warnen ihre Kinder mit den Flugem nach den Mond zu zeigen, der sie abbeissen wurde, und nach deutschem Volksglauben fault der nach den Stemen zeigende (und die Engel todtstechende) Finger ab.—Die heiligsten Gegenstände für die Crows (Gorbeauz Oder Apsahrukä) sind die Sonne, der Mond und der Taback. Abeiglaubische Furcht besteht vor einer weissen Bisonkuh, und beim Antreffen einer solchen wird sie getodtet, um sie als Gabe für die Sonne imberuhrt liegen zu lassen (Neuwied).

5 Die Sonne gilt als Schöpfer bei den Nadowessiern, als Grosser Geist bei den Creeks, erhalt Tabacksopfer in Virginien, wird bedient von Sonnenjungfrauen unter den Mamaconas in Peru, mit heiligen Heerden (von Helios) versehen.—In Singbonga verehren die Kol die Sonne.—Weil Zeus bei Vertheilung der Länder der Erde unter den Gottem den Helios vergessen hatte, erhielt dieser nachträglich Rhodus, welches unter dem Meere verborgen gewesen war, und well die Ureinwohner der Insel bei dem ersten Opfer, das sie der Athene brachten, sich mit Feuer zu versehen versäumt batten, stifteten sie ein feuerloses Opfer und gewannen dadurch die Gunst der Göttin in solchem Grade, dass dieselbe ihnen die mannigfaltigsten Kunstfertigkeiten verlich (s. L. Schmidt), wahrend Zeus durch einen Goldregen seine Huld ausdruckte (bei Pindar).

6 Darius (vor dem Kampf mit Alexander) ruft Sonne, Mars und heiliges Feuer an.—Selene und Helios sind Kinder des Hyperion und der Thia (seiner Schwester) mit den Titanen (sowie der Eos).—Aureliam familiam ex Sabinis oriundam a Sole dictam putant, quod et publice a popolo Romano datus sit locus, in quo sacra facerent Soli qui ex hoc Auseli dicebantur (Pauli).—[Greek], Sonne, Hundsstern ([Greek], brennen, leuchten, Glanz, Mond).—Goth. sauil, Sonne, altn. sol, lith. saule, Worte, die wie svar (sur oder glänzen als Wurzel) der Himmel (surya oder Sonne im Sanscrit und hvare im Zend), mit der kurzesten Form als [Greek] (bei Suidas). [Greek] neben alea oder Sonnenwärme ([Greek] bei Hesychius und [Greek]), Zu den Formen mit r gehört Apollo Soranus und der Name des Herges Soracte (Sauracte bei Cato). Die nordischen Sprachen haben nur I (s. Gurtius).—A Bouligneux, quand on veut so guerir d'une fievre, on forme avec de la paille une espece de soleil a six rayons, on le porte sur une eminence et l'on s'agenoulle devant (Monnier).—Die Guanchen schworen bei Echeyde (den feurigen Ofen) und Magec (der Sonne).—Ghiayota (der bose Genius) wohnte im Vulcan.—Am Charsamstagabend begiebt sich (in Schlesien) eine Procession auf einen Hugel, um das dreimalige Sonnenhoppen (Sonnenhupfen) der Sonne am Ostersonntag (aus Freude) zu sehen.—In Niederosterreich werden die Sonnenwendefeuer auf einem Kreuzweg angezundet—In Weihnacht reitet (in Gopfritz) der Sunawendfeuermon von einem Markstein der Freiheit des Dorfes zum anderen (Vemaleken).—Am Funkentag (oder ersten Sonntag nach Aschermittwoch) werden in Oberschwaben feurige Scheiben in der Luft geschwungen.—Helios schiffte Nachts in einen Kessel ([Greek]) auf dem Oceanos nach der Stelle des Aufgangs zuruck.—Arun fuhrt den siebenspannigen Wagen des Surya.—In Persien wurde Mithra, Erster der 28 Ized (nach den sechs Amschaspand) mit der Sonne identificirt.—In Nicaragua sah Squier die Sonne als gefiederte Schlange in Felsmalerel.—Der Sonnengott Tonatiuh zerhaut bei den Mexicanem die buntgestreifte Waldschlange.—Teotl wurde in Tezcuco als Sonne Terehrt.—Die Natchez feierten das Fest des neuen Feuers zu Ehren def Sonne.—Bilder der Sonne (Tonatiuh) und des Mondes (Mezli) in Teotihuacan (und in (Juito). —Sonnensaule der Muscnas.—Die Peruaner vehrten die Sonne (Indi oder Intip) als Scheibe.—Sonnendienst bei den Apalachiten und Cofachiqui.—Inca Roca stellte (nach Illatici-Viracocha) den Sonnendienst wieder her (Montesinos).—In Udayapur, Hauptstadt von Merwar, wird Surya (Ahn des Raja) verehrt (nach Tod).

7 Unter den niederen Gottem, die alten Naturgegenstanden vorstehen, wurde in Aneiteiun Sonne und Mond als Ehepaar verehrt mit ihrer Tochter Sina (s. Murray).—In Samoa heisst der Mond Sina.—Vishnu erscheint (in den Vedas) mit der Sonne Terbunden.—In den Philippinen opferten die Priesterhexen (Holgo) der (neben dem Mond verehrten) Sonne ein Schwein. —The Gentiles (in Borneo) worship the Sunne and Moone, esteeming the one Male and the other Female, him the father, this the mother of the Stars (Purchas).—Wie der iberische Endovellic, der gallische Belenus, der nordische Abellion wurde bei den Convenae die Sonne als Aereda, Heliougmoni und Teotani verehrt (s. Castillon), sowie Astarte, als Mond, in den Pyrenaen.—Die Piekan richten Lobgesange an die Sonne (Natohs) oder den Herrn des Lebens (Neuwied).—The Tschuktzki in their solemn engagements invoke the Sun to guarantee their performance (Popow) 1711 (Burney).

8 As the king of Tahiti (offended by the Hawaians) deprived them of the sun [Pohjola Wirthin], leaving the land in darkness [Mexico], Kana walked through the sea to Tahiti, where Kahoaarii (who made the sun) resided, and, having obtained the sun, returned, fixing it in the heavens (s. Ellis).

9 A colony of Sun-worshippers continues to keep alive the sacred fire in a grove (at Jajpur) 1872.—Penelope (Amea) ins Meer geworfen wurde von den Penolopen genannten Vogeln (Enten) aus Land gebracht. Heraclitus uaturam illam divinam res omnes amplectentem et permeautem, cujus participatione et inspiratione omnis hominum cognitio atque intelligentia efficeretur, vocavit (Neuhauser) Die von Zeus bestimmte Anordnong der Dinge, die von den Sterblichen nicht geandert werden kann, nennt Aeschylos ray. Praecipit (Zaleucus, Locrorum legislator) et, quern forte malus genius ([Greek]) ad injuriam faciendam illicere tentet, ut ad deorum aras et sapientium virorum institutiones eonfugiat omnique modo ab injustis actionibus caveat (Stobaeus).—Lycurgus weihte die Athene als Augengottin ([Greek]) am Naos zu Sparta, weil ihr Schutz ihm das einzige noch dbrige Auge gerettet Sophokles ruft Apollo als ([Greek]) an, in Bezug auf die Pest Im Worte Ilmutf (als Apollo) liegt der Begriff des Schlagens, als der Austreibung der Krankheiten durch Schläge (Panofka) wie bei Besessenen.—Dem jukagirischen Puguwdanleza (Sonnenältester oder Hauptling) für Kaiser (s. Maydell) entspricht in Tschuktschiscben (bei Raisky) Türkerem oder Sonnenherr (Schiefher).—Hatte Meschia dem Ormuzd, dem Mithra, dem Tashter, als der Mensch rein geschaffen war, Jzechneh, so wurde die unsterbliche Seele sogleich zum Aufenthalt der Seligen gelangt sein (nach dem Zendavesta), aber Ahriman stellte sich ihnen an Ormuzd Statt als Schopfer vor, und die ihm glaubende Seele sundigte. Dann begannen Meschia und Meshiana Speise zu sich zu nehmen, und als sie auf der Jagd eine Ziege antrafen, tranken sie (auf Ahrimans Vcrfuhmng] von der Milch, die ihrem Korper ubel that, wie sie auch die von den Diws gebrachten Fruchte assen, bis die Ized sie belehrten, mit einem Sabel aus dem Baume Konar Feuer za schlagen und an ihm einen sich darstellenden Widder weisser Farbe zu kochen, um ihn in Theilung mit den Ized (deren Antheil durch den Vogel Eherkas fortgetragen wurde) zu verzehren.—Auch in der Genesis stellt der Hirtenstand, obwohl Thiere zur Nahrung todtend, die heilige Seite des Menschengeschlechtes vor, den bosen Ackerbauem gegenuber, wahrend die indischen Frommen nur Baumfruchte geniessen.—During the whole harvest month (ritio-puja or season worship) each Sunday brings round weekly solemnities in honour of the bright god. Every village household prepares a tray covered with earth, into which rice seeds are dropped. Little earthenware cups containing pure water are placed upon it, and on Sunday, the family priest goes through a few simple rites, pouring a libation of fresh water upon the tray and invoking the sun (in Manbhum and the western borders of Bankura). The low castes do not break fast till they catch a clear view of the deity, and in cloudy weather have sometimes to remain a day without food (Hunter). The Brahmans daily repeat a prayer to the sun after bathing (in Orissa und Bengal).—Freya secouant son lit de plumes est devenue Notre-dame-auz-Neiges et Sainte Gfertrude profite encore á Nivelles du chariot de Nerthus (Vanderkindere).

10 Nullus dominos solem ant lunam vocet (Eligius).—Nach Cresner wurde der Mond von den alten Deutschen als Hermon verehrt (Herr Mond).—Die Edda zahlt Sol unter den Asinnen auf, als Schwester des Mani.—Der Titanide Helios (Sohn des Hyperion und der Thia) fährt einen Wagon von Osten nach Westen, im goldenen Kahn zurnckschiffend (in Rhodos verehrt).—Le dieu Belin etait quelquefois represente avec des cornes, figurant deux rayons de la lamiere (Monnier).—Nach Hermogenes war Christus in der Sonne eingekorpert.

11 Sonnendienst herrschte in Cumana und Panama.—Die Creeks verehrten den Grossen Geist als Sonne.—Die Nadowessier hielten die Sonne for den Schopfer.—In der Bildersprache der Odjibwas bezeichnete die Sonne den Grossen Geist—Bei den Lenape boten die Frauen die Kinder der aufgehenden Sonne dar.—Der Sonnengott war Hofgott, Pachacamae Volksgott in Peru.—Die mexicanischen Helden des Sonnenhauses begleiteten die Sonne unter Gesangen und Tlinzen bis zur Höhe des Mittags, wo ihnen die in der Entbindung gestorbenen Frauen begegneten (nach vier Jahren in Wolken der Kolibri des Paradieses verwandelt).—Die Sonnenjungfrauen (unter Aufsicht der Mamaconas oder Matronen) galten (im Kloster von Cuzco) for Gemahlinnen der Sonne und warden nach sechs Jahren an Guracas verheirathet. Die Nadowessier boten der Sonne die Friedenspfeife an.—In Virginien erhalt die Sonne Tabacksopfer.—In Florida wurde zu Ehren der Oberhaupter (als Sonnensobnen) die erslgeborenen Knaben geopfert—Karakainy, der den Ackerbau lehrte, fuhrte bei den Apalachiten den Sonnendienst ein.

12 The idol Kinich-kakme (fashioned like the sun with the beak of a bird) descended to burn the offered sacrifice at midday, as the Vacamayu (bright-fathered parrot) descend in its flight (at Itzamal in Central-Amerika).—Die Sonne ist neben dem Kreuze (mit dem Monde) in menschlicher Gestalt klagend dargestellt auf den Eggersteinen.—Die Thessalierinnen zogen durch ihre Zaubereien den Mond herab (nach Plutarch).—Das heilige Mondhorn wurde im bienst der Cybele gebraucht (und bei Mondfinstemissen im Erzklang geblasen).—Die Mandongo aehmen ru ihren Fetischen gem etwas, was vom Donner berohrt worden (Oldendorf).

13 Surya wird als allwissend angerufen (in den Veda).—Im Blomenreich Sicilien wurde Proserpina geranbt, und bei den Franen blieb (nach Strabo) Blumensammeln und Kranzewinden iibtich, so dass es schimpflich war, an Feststagen gekaufte Kranze zu tragen.—Hades (auch [Greek]) bezeichnete den Unsichtbaren oder ([Greek]; und [Greek]) den Allumfassenden.—Me Sbilokh verehren Baume oder unbehauene anfrechte Steine, wie die Haen-hirion der alien Britten (s. Prichard).—M'kuafi do not bury, but they put their dead in the bush for the wild beasts to eat (s. Pickering).—Now priest Jackal is the priest of all the beasts of the forest, knowing a great many charms (according to Bornu-fables) s. Kolle—Towards the Bodes the Bornu king, on being installed, first shoots the arrows (s. Kolle).—In Kalevala hangt Wunamoinen ein Barenhaupt in den Qipfel einer Fichte.—Die Gottbeit des Meeres hat (bei den Finnen) in einem bunten Stein auf dem Meeresgrunde ihren Sitz.—Kimmo weilt in einem Stein (bei den Finnen).—The tenth or last of the heavens (tua or celestial strata) was called (by the Tahitians) Terai haamama no tane, as perpetual darkness. The people of Borabora had heard the hissing of the sun (Ra or Mahana) falling in the sea.—The prophet Mani sized the sun and bound the rays to the marai, till he had finished his temple.—The moon (according to the Tahitians) was a beautiful country, in which the Ava grew.—Da die dreizehn Mouate der Tatitier das Jahr uberschreiten, liessen sie zuweilen den dem Mai oder July entsprechenden ausllen—Zur Zeitrechnung dienten den Tahitiem die Ui oder Generationen—Adoraban solamente a la Luna y dezian, que ella sola bastaba en el mundo, sin que huviesse Sol (die Panches).—The rainbow is called kainge from their supposing it to be caused by the Supreme Being making water (Kainyam-in) in Australien (Meyer).—The god Koanohiakala (the eye-ball of the sun) and Kuahairo lead (on Hawai) the departed spirits of the chiefs, to the heavens and afterwards returned with them to the earth, where they accompanied the movements and watched over the destinies of their survivors (Ellis).—Ils ont aussi des croissans fait d'os bien unis, lequels ils nomment yaçi, du nom de la lune (Lery) in Brasilien—Der Gottbeit der Morgenrothe (Gitraj Buh) brannte ein ewiges Feuer (auf dem Schlan-Berge in Bohmen).—Ove (the maker of all men ) is supposed to reside in the moon (in Fiji). The next god, Ndengei, is enshrined, in the form of a serpent, in a cave in the district of Nakauvandra, in Viti Levu (judging the souls). In the month (of November) Vula i Ratumaimbulu the god Ratumaimbulu comes from Bulu (the world of spirits) to make the bread-fruit and other fruit-trees blossom aud yield fruit (bathed by the priests before leaving again).

14 Le privilege de voir (executant le pelerinage á jeun) trois soleils se lever á la fois sur la cote Beline (de la cime de Poupet près de Salins) ne s'obtient qu'une fois dans la vie. Il y a personne, qui certifient avoir ete témoins d'un pareil miracle.—A Boche (departement de l'Ain) les bergers pretendent, qu'a certaines epoques de l'année on voit lever trois soleils lorsqu'en se tenant á jenn et en etat de grâce sur un rocher (dominant la route de Lyon á Geneves), on se tourne vers la montagne, situee á l'autre cote du precipice (Monnier).—Some distance from the chief town of the Lakembans is a small hill with a plot of short reeds on the top, many of which use to be tied together by travellers to prevent the sun from setting before they reached the journey's end (Mani) (Williams).

15 Venerem igitur almam adorans, sive femina sive mas est, ita uti alma noctihica est (Laevinus).—Der machtige Gott Venus (Calvus).—Vereinigung der Geschlechter im Mondgott (nach Servius).—Dem Mond opfer ten Manner in Frauenkleider und Frauen in Mannerkleidern well sie für Mann und Frau zugleich gehalten wurde (Philochoros).—Nach Hermes war Aphrodite oben mannlich, unten weiblich.—Bartige Aphrodite bei Pamphyliem (heilige Kummenus mit Bart).—The Hill-Dyaks regulate their agricultural seasons by the motions of the heavenly bodies, particularly the Pleiades (Sakara), and to the several stars, in which they bestow the attributes of gods (Low).—Mawi zum Felsen der Insel Ika-Na-Mawi (Eahinomawi) segelnd, zof, als mit dem Einnbacken der von Hina geborenen Kinder, Matariki (Morgenstem) und Rereahiahi (Abendstem) fischend, durch den ersteren Neuseeland aus dem Wasser (Servant).—Die Sonne wunle zu Thymbre in Troas all Apollo verehrt.—If a person is killed by lightning, the Kaffirs say, that God (Uhlanga) has been amongst them (Thompson). They sometimes imagine that a spirit (shuhiga) resides in a particular ox and propitiate it by prayers, when going on their hunting expeditions.

16 Bei den Finnen heisst Orion das Schwert Wainamoinen's (Wainamoinen miekka) oder Wainamoisen wikate oder Wainamoinen's sense (s. Schiefer).—Die Awaren nennen den grossen Bar Galkal (Sieb), die Milcfastrasse Acimux (Kuhpfad).

17 Die Sonne verrath den Mord des Juden durch den Bauern (der daruber lachend, von seiner Frau ausgefragt wird) in Possenheim (Panzer).—Sonnenkafer (Marienkafer oder Herrgottsthierchen) durfen nicht getodtet werden (in Schlesien).—Sonntagskinder, die zwischen 11 bis 12 Uhr geboren sind, konnen jeden Sonntag urn dieselbe Zeit in einer bluhenden Fliederlaube Geister sehen.

18 Sol sinni Mana (Sonne, Gelabrte des Mondes).—Sol, Vulcanus und Luna von den Germanen verehrt (bei Caesar).—Von den Wolfen verfolgt Skoll die Sonne, Hati (Managamar Oder Mondhund) den Mond.—Shischi (Verschlingen der Sonne) und Ineshi (Verschlingen des Mondes) sind die Finstemisse bei den Chinesen.—Die Kinder Bil und Hiuki den Eimer Saegr an der Stange Simul (um aus dem Brunnen Byrgir Wasser zu schopfen) tragend, wurden vom Monde aufgenommen.

19 Die Penianer brachten dem Monde (Mama Quilla) Geluhde.—Die Haytier verehrten die Sonne (Tonatik) und den Mond (Tona).—Der Grosse Geist (der die Indianer seine Grosssohne nennt) heisst Grosssohn des Mondes.—Bei den Abiponen ist der Mond bose (Denis).—Das Madchen Chukil gebar (bei den Los Angelos Indianern) durch den Blitz belruchtet, den bei der Creburt sprechenden Sohn, der alle Weisen wiederlegte und, weil er nach dreien Tagen vieder auferstehen wollte, verbrannt wurde.—Als die Sonne in Pferdegestalt (die Aswins und Revanta zu zeugen) sich mit dem Weibe vereinigte, "Viswakarman placed the luminary on his lathe, to grind off of his effulgence and in this manner reduced it'' (Wilson).

20 Ausser Sonne und Mond hatten bei den Sabaern Saturn, Jupiter, Mars, Venus und Mercur ihre Tempel—Chantho meint Wunsch (im Pali) und Phra-Chonto oder Phra Chan—Der Mond hat seinen Namen erhalten, weil die die neue Welt bevolkemden Geschopfe als die Sonne zum ersten Mai unteiging sein Licht wunschten, und dann (als des Wunsches Kind) den Mond aufsteigen sahen.—Die 27 Constellationen oder Siamesen sind Asuni (Pferd), Phanuri (Dwifiiss), Katika (Huhnchen), Rohini (Fisch), Mikhasira (Hirschkopf). Athara (Schildkrote), Bunaphasu (Schiff), Pusala (Krebs), Asibesa (Vogel), Makha (Affe), Buphaphalkhuni (Stier), Adudaraphalakhuni (Kuh), Hatti (Elephantenkopf), Chitara (Tiger), Savasadi (Schlange), Visakha (Boffelkopf), Anuratha (Pfau), Xettha (Ziege), Mula (Katze), Buphaphasafaha (Lowenkonig), Udatanaafaha (Lowenkonigin), Savana (Einsiedler), Thanitha (Reichthum), Sakhaphisaxa (Riese), Buphaphatha (Rhinoceros), Udadaraphatha (weibliches Rhinoceros), Bevadi (Uerste).

21 Bei dem Wahka-Sinhush (Kom-Medicin-Fest) rufen die Frauen (der Mandan) die Alte, die nie stirbt, an, indem sie im Fruhjahr die Wasservogel, die Schwäne, Gänse und Enten als Symbole der Feldfruchte schickt, wobei die wilde Gans den Mais, der Schwan den Karbiss, die Ente die Bohnen bedeutet (s. Neuwied).—The Dahomeans worship the sun, which (beyond the reach of adoration) delegates a portion of his divine essence to objects animate or inanimate, is believed to be present spiritually in certain graves or caverns and supposed to reside visibly in clay idols or certain beasts, as the snake (Saboi or Daboi), the chameleon, the urubos etc. Each fetish has its own lacos or sorcerer (Valdez).—The rite of sepulture is denied to all who are not considered as the chief members of the family (buried under their bed with libations and offerings to the idol Liba or guardian angel) in Dahomey.—Die Ghond verehren zwei Holzpfeiler der Sonne and des Mondes.—So oft der Neumond sich zeigt, rofen die Loanger (unter Handeklatischen niederkniend): Moehte ich mein Leben so emeuem, wie da emeuert witst (Merolla).

22 Le Seigneur (disent les Bassoutoe) envoya jadis ce message aux hommes: "Oh hommes! vous mourrez, mais tous ressusciterez." Le délégue (le lizard gris) fut lent á remplir sa mission et un etre mechant (le caméleon) se háta de le deyancer pour venir crier aux hommes: "Le Seigneur dit: Vous mourrez et vous mourrez poor toujours." Lorsque le vrai messager arriva, on ne voulut pas l'ecouter et on lui repondit partout: "La premiere parole est la premiere, la seconde n'est rien" (s. Gasalis).—Die Nama-Hottentotten (ausser noch nicht mannbaren Knaben) essen kein Fleisch des Hasen, der das Insect mit falscher Botschaft des Mondes uberholte.

23 La lune des loups.—Mullus, si quando luna obscuratur, vociferare praesumat (Eligius).—Vince luna—Clamoribus aut auzilio splendorem lunae defidentis restaurare (Burchard).—In der Predigt de defectu lunae (de lunae defectione) verbot G. Mazimus von Turin dem laboranti lunae durch Schrcien zu helfen.—Die Romer schlugen bei Ecclipsen eherne Gefasse zusammen.—In Indien schlagt der Damon Rahu Sonne und Mond, in China ein Drache bei der Solis devoratio (Shischi) und Lunae devoratio (Jueschi).—Wubur sijat (daemon comedit) bei den Tschuwaschen.—Sonne oder Mond wird gefressen (bei den Esthen).—Bei den Litthauem fallt der Dämon Tiknis den Sonnenwagen an.—Der durch die Sonne und besonders durch den Mond den Gottem verrathene Arachos verfolgt sie aus Rache (bei den Mongolen).—Sollte es den als Lowen und Schlangen (unter Manco Capac) erschienenen Gometen gelingen, den Mond (gegen den die Quechuas deshalb Pfeile abschossen) zu verschlingen, so wurden alle Werkzeugp der Manner in Lowen und Schlangen, die der Weiber in Vipern, die Werkzeuge des Webens in Lovren und Tieger verwandelt werden.—Die Karaiben tanzen larmend bei Finstemissen, dass die bose Maboja nicht den Mond verschlinge.—Mon dieu, qu'elle est souffrante horte Monnier in Frankreich wahrend einer Mondfinstemiss die seufzenden Bauem sagen, wogegen bei deren Uebeigang sich alle erleichtert fuhlten.—Laboranti succurrere lunae (Juvenal).—In Peru glaubte man den verfinsterten Mond krank und peitschte die ihm beliebten Hunde, damit er aus Mitgefuhl aus seiner Lethargie erwache.—Bei den Maori besucht Rupe seine Vorfahren im Himmel—Nach Philochorus waren Erde, Himmel und Sonne die Vorfahren.—Die Edeeyahs in Fernando Po verehren Rupi als hochstes Wesen (nach Allen).—Als erster Menschensammler nach der Fluth wird der koische Merops, des Hyas Sohn, erwahnt.—[Greek] (Homer) als Meropen auf Kos [koische Grewünder vom indischen Meru], als Autochthonen.—Merop als Aethiopenkönig und König yon Rhymdakos.—Herakles beklunpfte die Meropen auf Kos.—Anadyomene in Kos.—Tahmurasp (Gründer von Mery) wird von Urupi hergeleitet—Sol et luna fratres sunt et habent patrem minorem, nomine Rahu. Olim a fratribus percussus, adhuc servat animum vindictae et identidem exit e regione gigantum et aperit os sunm immane esputans solem aut lunam ad vorandum palatium eorum quando transibunt, sed m arripuerit solem ant lunam, non valet retinere diu propter velocem cursum illorum, si non dimitteret ilia palatia, diffrangerent caput monstri. Sic explicantur eclipses.—Der Milesier Thales sagte die Sonnenfinstemiss unter König Alyattee voraus.—Bei einer Sonnenfinsterniss straiten Sonne und Mond (in Bayem). Wenn die Sonne unterliegt, kommt der jungste Tag.—Der von Herakles aus der Unterwelt hervorgezogene Cerberos wurde durch die Sonne in die Giftpflanze Aconit verwandelt—Damit der Mond (der Starkere im Streit) nicht Herr werde ober die Sonne, fallen die Bauem im Bohmerwald auf die Knie und beten zum Ofen gewendet (s. Mannhart) bei Finstemiss.—Die Sonnenfinsterniss heisst (in Mexico) Tonatiuh quale (das Gegessenwerden der Sonne).

24 Den Negritos gilt der zum Himmel aus der Flamme aufsteigende Dampf als Medium der vereinigung zwischen Himmel und Erde (Michelis).—Alle Menschen gingen von Guam auf, wo sich die Nachkommen des ersten Menschen (in Stein verwandelt) zerstreuten und die Sprache anderte.—Pantan (in der Leere lebend) liess beim Tode seiner Schwester aus Brust und Schultem den Himmel und die Erde, aus den Augen Sonne und Mond, aus den Brauen deo Regenbogen fertigen.—An inscription of the fourth or fifth century designates the Budhistic king who excavated the cave, as the worshipper of the sun (in Orissa).—A son of Vishnu (as Krishna) having accidentally looked on one of his father's nymphs in her bath, was stricken with leprosy (in Orissa), but cured by the divine rays of the sun and raised a temple of the sun (at Kanarak), the Hindus believing that a leper, who with a single mind worships the bright deity, will he healed of his infirmity (Hunter) [Singbonga der Kolh].—Der eine Familie grundende Sohn erhalt (bei den Heroro) von dem Vater von dem Feuer der Hutte (durch die Tochter gehutet).

25 Der Sonnensohn Piumin befreit Johnjlut von der Herrschaft der wilden Thiere, die von den Menschen Tribut erhielten.—Une eclipse annonce que la lune est descendue du firmament et qu'elle se promene incognito et en tapinois sur la terre. Ces excursions de la lune sent pleins de dangers pour la race humaine. Le mechant Aninga (frere de Molina) se gtisse dans les huttes, derobe les aliments et tue les gens qui ne sent pas sur leurs gardes. Les hommes montent alors sur le toit de leur case et au moyen d'instruments bruyants de toute sorte, ils font un infernal tapage, qui force le vagabond de rentrer chez lui. Quand il y a une eclipse de soleil, c'est an tour des hommes & rester caches, tandis que les femmes mordent les chiens flux oreillea. Si les chiens crient, c'est une preuve, que la nature n'approcbe pas encore de sa fin (Edmond).

26  Das Fast der Kollyridianerinnen, die (nach Epiphanius) der Jungfrau Maria auf einen vienidrigen Stuhlwagen Kuchen darbrachten, war ein heidnisches Erntefest (s. Alt).—Apollo encheint bei den Minyem vorzuglich als Heerdengott (Gilbert).—Yeshl (bei den Kolodchen) verwandelt durch das Scheinen der Sonne die Menschen in Thiere.—Nach den Kitabal firist (987) trug der Sonnengott Aditja (in Indian) einen feuerrothen Edelstein, die Chandrabakta verehrten in Chandragupta den vom Mond beschutzten Edelstein.—Calchaquinos jugis Peruriae Regibus olim paruisse decent multa victae gentis monumenta (s. del Techo). Solem pro primario Numine, pro secundariis Deis tonitrum et fulgur colunt Acervis lapidum (Majorum monumenta) anus est honor (arbores plumis omatas passim adorant).—Als die Kathedndkirche zur Himmelfährt Mariae in Moscau vom Metropoliten Gerontius eingeweiht wurde, machte nun dem Metropoliten beim Grossfursten den vorwurf, dasa er in der Einweihung bei der Procession mit den Krenzen nicht nach dem Lanfe der Sonne gegangen sei (1479 p. C).—Nach dem Rostowschen Bischof Bassian und dem Tschudowschen Archimandrit Gennadius war die Osterprocession am den Tempel ein Bild der Auierstehung Christi, als der wahren Sonne (s. Plularet).

27 Ainsi que les Patagons, les Tobas dans le Chaco, ont une systeme (d'apres Guevara). La croix du Sod est one autruche (Amnio), les etoiles qui Tentoarent (Apiogo), sent des chiens les autres planetes, les unes des penelopes (Bagada), les autres des tatous (Natumnac), des pedrix (Nagalo). La lune (Adago) est un homme, le soleil (Mazoa) sa compagne, qni tomba du ciel. Un Mbocobi (ou Toba) le releya et le plaça, od il est, mais il tomba une seconde fob et incendia tons les forets, les Mbocobis (se sauvant) se changeant en Gabisis et en Gaimans. Un homme et une flamme leur brula le visage et ils iurent change en singe (d'Orbigny).

28 In dem indianischen Kriegsgesang ist (zur Verserinnerung) der Krieger mit Flagein gezekhnet, am anzuzeigen, dass er gewandt und schnellfasfrig ist (Schoolcraft).—Dupaix fand auf der Grenze von Quanlinahnac (der Ort des Adleiti oder Guemayaca) einen Adler eingebauen.—Die Thierfiguren an hohen Felswanden (am Orinoco) waren (nach den Indianern) zur Zeit des grossen Wassers von den Vatem eingehauen (Humboldt).—Landkarten mit erhabenen Linien im alten Peru (Bitero und Tschudi).—Animas suorum post mortem existimant in stellas converti, eo splendiores, quo in vita luere aut gradu aut facinoribus insignes (del Techo) die Oalfthaqnini.—La plupart des Bertats adressent leurs hommages et leurs prieres á la lime, quelques-uns font du soleil l'objet special de leur colte, et ne regardent la lone que son fib (sot ce point partageant l'opinion des Gallahs). Mais la lune est le plus genéralement adoré, parceque sa douce lumiere leur parait bien préférable an feux brulans du soleil (Galland).—Zair-el-Abidin in den Ruinen zwischen Darfur und Wadai.—Les noirs adorent le soleil et croyent que les ames sont immortelles et qu'apres la mort du corps, elles vont loger atee le soleil meme, et sur tous autres les habitans du royaume de Benin tiennent cette superstition (XVI Jahrh.)—The Tinniinyaranna or Orion (son of the star Pamakkoyerli) is considered (by the natives of Adelaide) as a group of youths, who hunt kangaroos, emus and other game on the great celestial plain (womma), while the mangkamangkarranna dig roots et, which are around them (b. Teichelmann).—The star Pama indicates autumn.—The natives of Adelaide believe the milky way a woldliparri (large river), und in den dunkelen Flecken der Somie wohnt Tura.—Die (nicht von Menschen gemachten) Gotzenbilder des Mondes (auf Eronumga) are in the form of the new moon and the full moon, the latter being like a ring to go on the arm (s. Gordon) in den Neu-Hebriden.—The people of Bokki (south-west of Sennaar) are worshippers of the sun, which planet they consider it as profane to look at (1822).—A la fete de Chandeleur (en Mouthier) un rayon du soleil (passant par un trou de la roche superieore) eclaire le haute de l'aignille et la fait ressembler â un cieige allumé (Monnier).—An Festtagen fiel das Sonnenlicht auf die Lippen des Serapis (Sonnenkuss in Ouzco) und in Juterbog der erste Strahl des Morgena (jutro).—Tempel der Atome der Sonne auf der Insel Munaz (Aracan).—Allumer un beau ou construire un ba, c'est construire et allumer un tas de buches ce de branchage, sur un des points, les plus apparents du territoire en l'honneur du soleil ou solstice de l'été (dans le Haut-Jura).—Der Sonnentempel der Sabaer war (nach Mohammed Ali Taleb) viereckig (goldgelb), der des Mondes fonfeckig und silbem (Norberg).—Als die Sonne ihren Lauf anhielt und sie die Wasser des Sees Theomi austrocknete, wurden nur die auch dem Sonnentempel Olaymi Geretteten ubriggelassen.—Den Apalachiten und Natchez war die Sonne Sits der Tapfaren.—Sonnentempel in Japan (auf den Ursprung zurückgehend).

29 The milky way is called Rupeupeu (the fabulous road) by the Araucanians.—Plejaden, Tapa (Rehkopf), Ursus major, Wabaha (Wagen für Kranke und Verwundete auf dem Marsche), Venus, mekakatunguls (grosser Stem), Milchstrasse, Wahconda-o-junga (Pferd des Herrn des Lebens) bei den Omahaw.—Die Milchstrasse heisst Waie onnaki ci abonaha (der Pfad für die Trager des weissen Lehms), Jupiter heisst Wiwa kalimero (der glänzende Stern) Venus Warakama bei den Arowaken, die das Sternbild der Schlange (Gamudi) kennen. —Die Arecunas nennen den Comet Wataima (Sternengeist), die Wapisianer ebenso Gapishi; die Macusis die Feuerwolke (Capoeseima), die Woe Inopsa (die das Licht ruckwerfende Sonne).—Die Sternbild des grossen Bären heisst der Elephant (bei den Fulan).—Kalou, a god (falling star) in Fiji.—Before the birth of Heaven and Earth there existed only an immense silence in Illimitable space, an immeasurable void in endless silence (according to the Tauists).—Der Ssungari und untere Amur heisst (bei den Mandschu) Ssungari-Ula (der Milchstrassenfluss).—Siektut oder Zerstreute (als verirrte Grönlander) heissen die drei Sterne im Gurtel des Orion, Tugto (Rennthier) oder Asselluit (Harpunenholz) der grosse Bär, Kellukturset (Hunde mit dem Bären) der Stier, Nennerroak (der den Wettsangern leuchtet) heisst Aldebaran, Nelieraglek (mit dem Barenpelz) Sirius.—Mars is called Oumba (fat), Saturn Wuzgul (a little bird), the milky way Worambul (a water course with a grove, abounding in food, flowers, fruit), to which the souls of the good ascend (by the Gingi-tribe). The southern cross is called Zieu (a shrub), the dark space at the foot gao-ergi (emu), the bright stars pointing (Gentauri) Murrai (cockatoos), the Magellan clouds buralga (companions), Canopus Wumba (stupid or deaf), Antares Guddar (lizard), the bright stars in the tail of the Scorpion Gigeriga (green parrots), the dark space near Scorpio Wurrawilburu (demon), the line of stars between the Northern Crown and Scorpio Mundewur (notches cut in a spiral form on the trunk of a tree for climbing up), the chief star in Peacock Murgu (night cuckoo), Gorona Bundar (Cangaroo), Fomalhaut Gani (Iguana) Spica virginis Gurie (crested parrot), the Pleiades Worrul (bee's nest) or (at Burbuigate) Dindima (woman, and the Hyades Giwir or man), Arcturus Guembila or Guebilla (bright red). The Northern Crown (at Buburgate) is called Wollai (eagle's camp or nest), when this constellation is about due north on the meridian. Altair (chief star in Aquila) rises and is called Mullion-ga (an eagle in action), it is springing up to watch the nest. Shortly afterwards her more majestic mate, Vega, springs up, and is also called Mullion-ga (s. Ridley).

30 Im Tempel des Herakles zu Lendus (auf Rbodus) wurde der Gottesdienst mit Schimpfreden abgehalten.

31 Die Hirpiae gejiannten Familien der (sabinischen) Falisci (Aequi Falisci) am Berge Soracte der etroskischen Colonie Feronia ([Greek]) gingen mit blossen Fussen (zu Ehren der Gottin Feronia) uber Kohlen.—Die vom Wolfe (Hirpus) stammenden Hirpini (Beneventums) wurden mitunter zu den Samniten (sabinischen Stammes) gerechnet.—Mars wurde von den Romem (durch Romulus und Remus von der Wolfin stammend) als Lupercus verebrt.—Einheimische Volker haben das verebrte Feuer auf dem Altar brennen und theilen (wie die Griechen) es auch ausziehenden Colonien mit. Bei vielfach wandemden Stammen dagegen wird das lastige Hitfahren des Feuers (wie bei den Damap) bei Moglichkeit leichterer Erzeugung (durch das aus China erhaltene Feuerzeug, das jeder Mongole am Gurtel führt) bald auf horen und sich vielleicht (in Hinblick auf die Gefahrlichkeit eines moglichen Steppenbrandes) sogar im Gegentheil das Verbot der Mittheilung des Feuers (wie am Amur) herausbilden, so dass der Auszug bei den Berathungen erst nach volligem Erloschen des Feuers Statt haben darf, wie die Mongolen auch auf Beisea an dem Lagerplatze verweilen, bis alles Feuer spontan erloscbt ist, da sie es bei der Elementenverehrung nicht ausloschen durfen.—Die mit der Wolfsmanifestation zusammenhangende Flucht (von Kian und Neghuz) nach dem Engpasse Eun (auf Uighur, Torken und Mongolen bezuglich) giebt Aniass zu dem Stammnamen der Kian.—Die Eisen- oder Berggrubenbearbeitung findet sich bei den Turken oder Tukiu, als Untertbanen der Jeujan, und auch bei den Mongolen im Zustande ihrer Unterdrucker.—Die im Stammlande des Baikal (als Wassermongolen) sitzenden Mongolen (zu den Uhuan, Sianpi und Kian-kuen gehorig) leiten sich von den Kian in dem Engpasse Kun ab, wahrend die von Tur (dem Tarken) unterworfenen Mongolen, als Uighur und Bede zu den nomadisirenden Turken gehorend, spaterhin Tartaren (schwarze im Gegensatz zu den weissen) genannt werden. Die Eirgisen sind Nachkommen der Kiankuen (welche Herstammung sich später die Mongolen vindicirten). Das Eisenschmelzen oder Schmieden bezieht sich auf die Altai. Aus den Un-Uigbur gingen die Hunnen (Utrurguren, Hunoguren) hervor. Aus den Tuckuz-Uighur (Hiongnu) gingen die Tungusen hervor Aus den Ughuz-Uighur gingen die Ghizghiz oder Gkirkiz (Kiliki) hervor. Die den nordlichen Sianpi entlaufenen Turken (Tukiu) waren anfangs Untertbanen der Jeujan. Die (den Sianpi verwandten) Uhuan waren aus dem (III. Jahrh) von den Huiugnu besetzten Juetschi und Tunghu hervorgegangen. Unter dem Stamm Nirun der Mongolen (schwarze Tartaren) hiessen die von Wolf und Wolfin abstammenden Dschines (Dschineb) Neguz. Bei den von Assena (Wolf) stammenden Turken, die (VIII. Jahrh. p. C) den Uoei-hu erlagen, begab sich der Chan jahrlich in die Höhle seiner Vorfabren (Ergeneb Kun), um das Andenken der Wolfserzeogung zu feiem. In Dschingiskhan's Familie erhält sich das Schmiedefest. Von den in  ihren Thurm dumh einen Wolf befrachteten Tochtern des Tschen-yu (König) der Hiongnu wurden die Vorfahren der Kaotsche (am Bailcal) geboren. Von den niedermetzelten vorfahren der Tokier oder Turken blieb nur ein Knabe ubrig, der mit einer Wolfin Assena und seine noun Brüder zeugte. Von den Bradem des Khapampu (Fürst der aus dem Königfreich So stammenden Turken oder Tukiu) herrschte der von einer Wolfin stammende Ytschenuschnaitn (Vater des Assena). Die Tataren genannten Türken gehörten zu den von den (vom Wolfe heigeleiteten) Juetschi stammenden Sianpi und Uhuan. Die Vorfahren der Mongolen (schwarze Tataren) waren aus der Vermischung eines himmelblauen Wolfes (Burte-tschino) und einer weissen Hirschkub (Goa-Mural) hervorgegangen.—Mit den Namen Lycus, Lycaen, Lycuigus, Lyceus, Lycorus, Lycomedes verknupfen sich vielfach genealogische Ableitungen (wie Singha-Dynastien in Indien des Sudens), besonders bei volkem, die aus dem Dunkel der Walder hervortreten, und sich dann ihrer Heimath erinnem.—Dschudschi erhielt den Beinamen Ckessar (redender Woll) oder Lowe (wie Kesar im Sanscrit).

32 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde (Joachim und Anna) und mit Maria wurde es Licht (in der Paraphrase der geschichte Marias nach dem alten Testament).—Nach Philo Herennius hiess [Greek] fruher [Greek] trennte sich jedoch von seiner Gattin und wurde dann von seinen eigenen Kindern befehdet.

33  The Apaches aknowledge as Supreme Being Yastaritanne (Commander of heaven).—Die Chinesen verehrten den Himmel als Tien, von Shangti durchdrungen.—Unter dem Tanju (Sohn des Himmels) verehrten die Hiongnu den Himmel—Auf Yeso wird der Himmel angebetst.

34 Die Sioux erhalten das vom Panther hervorgeschlagene Feuer.—Zur Bewahning dei durch Reibung erzeugten Feuers lassen es die Andamanen in einen ausgehohlten Baum (der als Ofen dient) unter der Asche fortschwelen.—The Mohaves (on the Colorado) carry a finebrand in the hand in cold weather (Sitgreaves).—Neuntagige Feuerloschung fand sich auf Lemnos (wahrend der Enagismata), bis das Schiff mit neuem Feuer aus Delos ankam.—Erloschung des Yestafeuen im Februar (ersten Harz).—Feuerloschung beim Raymi-Fest (Perus) im Winter.—Feuerloschons am Ende des Gyclus in Mexico.—Feuerloschung beim Emtefest (der Greek)—Feuerloschung am Ende jeder Ratha (in Irland).—Feuerloschung bei den Irokesen.—Feuerloschong am Ostersonntag (in Karnthen).—Das Feuer wird auf dem Heerde, für die Kunste (Kultus des Hephastos auf Lemnos), als Symbol der Zerstorung (und Emeuerung) verehrt.—Das heilige Feuer von Delos wurde von Wittwen bedient (der Hestia).—Colonien nahmen Feuer der Hestia aus dem Prytaneion mit (in Athen).—Dem Moloch (Baal) liess man die Kinder dureh Feuer gehen, statt des Feueropfers (wie dem Saturn in Karthago).—Beim Fest der Vulcanslien wurden Fische im Feuer geopfert.—Streit des Feuers und Wassers in Aegypten.—Reinigung durch Feuer (Mutter mit Sauglinge durch Feuer schreitend in Indien).—Fenerstren Dinur (im Thalmud), Fegefeuer, Leichenverbrennung. Bei der Feuerprobe (in Ordalien) spielt das Trageisen.—Die Feuererzeugung geschicht durch Einrinnung (stumpf gespitzter Stock auf Holzstuck hin und her geschoben) in Polynesien (Holz von Hibiscus tiliaceus in Tahiti gebraucht). Quirlung (stumpf gespitzter Stock auf Holzunterlage gedreht) in Kamtschatka, Ceylon (Veddahs), Eskimo, Indianer, Central-Amerika, West-Indien, Süd-Amerika, Süd-Afrika, Ouanehei (der Canarien), Mexico (Hieroglyphen), Indien (Buttem).—Die Gauchos drucken den elastischeo Stock zum Drehen gegen die Brust.—Die Grönlander drehen an einer Spindel.—Die Sioux drehen mit einer Bogensehne (wie im alten Egypten).—Die Irokesen drehen mit dem Zogkreisel (wie auf Samoa). — Reibung (zweier Uoizer) in Patagonien.—Schlagen zweier kieselbaltiger Bambustucke (Borneo, Sumatra).—Schlagen von Feuerstein mit Eisen-Pyrite (in Feuerland).—Schlagen von Feuerstein mit Stabl.—Brennspiegel bei den Griechen (Aristophanes). Brennspiegel bei den Romer (Plinius).—Brennspiegel zur Erneuerung des vestalischen Feuers (nach Plutarch) oder durch Reibung (nach Festus).—Brennspiegel beim Raymi-Fest (der Sonne in Peru).—Die Australier tragen glimmenden Dolzbrand mit sich henim.—Die Tyrier lernten das Feuer aus Reibung zweier Baumstamme im Wind.—Die Kinder von Genos und Genea (Phos, Pur, Phlox) fanden die Feuerverfertigung durch das Zusammenreiben von Holzstucken.—Hei den Chinesen lernt Suy-jin die Feuererzeugung durch einen das Holz des Baumes pickenden Vogel (des Feuervogels).—Picus hackt das Feuer aus einen Baum.—Das Nothfeuer (unter Erloschung der Berdfeuer) wird aus Holz gedreht (zur Viehheilung) oder (zum Freudenfeuer auf Johannes) gesagt (1593).—Vor Protrimpos brannte ein heiliges Feuer bei den Preussen.— Feuerweihung fand Statt bei den Chaldaern, Phrygiern, Lyciern, Medern, Scythen, Gappadociem, Ethiopiern.—Hiarbas (bei den Atlantiquern) baute Feueraltare.—Feuerverehrung fand sich im Tempel des Jupiter in Ammon.—Pyraeen im Tempel des Hercules in Spanien.—Pyraeen im Tempel der Venus von Erycina.—Stetes Feuer wurde bei den Ojibway unterfaalten (und den Daman).—"Die Brasilier sind nicht genie ohne Feuer (das sie aus zwei Holzarten drehen) weil sie den (bosen) Aynjang furchten."

35 Auf Timor (mit den Tobor als Priester), wo der Gott Use nenu in der Sonne, Patuhan in der Erde wohut, wird in dem Tempel des Pamalie von alten Frauen ein stetes Feuer unterhalten.

36 Die Andamanen halten Feuer glimmend in hohlen Bäumen, in denen sie braten.—Nach Moffat braten die Afrikaner in ausgeräumten Ameisenhugeln.—Unterirdische Oefen finden auf den Südsee-Insein, Madagascar, Canarien, Sardinien (bei den Beduinen, in Amerika), Australien.—Holzeme Roste in Brasilien (Jean de Lery).—Nach der Tradition der Sioux oder Dacotah (bei Schoolcraft) pflegten ihre Vater das Wild in seiner eigenen Haut zu kochen, die sie auf Tier in den Boden geflanzte Pfahle legten (und Wasser, Fleisch und heisse Steine hinzuthaten).—Die Assinaboins deckten ein Loch mit der Haut aus und erhitzten das Wasser duith Steine (Catlin), bis sie von den Mandan Topfe erhielten aus Thon. Nach Herodot kochte der scythische Ochse sich selbst.—Charlevoix spricht von Holzkesseln der Indianer (bis zur Einfahrung von Eisen).

37 Nachdem sie die Korper verlassen, ziehen die Seelen (der Asinais) gegen Westen und erheben sich von da in den Himmel, um von dem grossen Capitan Caddiaco nach der Wohnung des Todes im Suden beschieden zu werden (wo sie in dem Zustande verweilten, wie der Tod sie uberrascht hatte). Diejenigen, die auf Erden keinen guten Lebenswandel gefohrt, gingen in das Haus des Teufels (Tezino), der ihnen Qualen bereitete.—Der grosse Capitain (Caddi oder Anjo) wohnte im Himmel (bei den Asinais).—Im Anfang der Welt lebte (nach den Asinais ein einziges Weib, mit zwei Tochtern, von denen die Schwangere von dem gehomten Riesen (Cadaia, Teufel oder Damon) gefressen wurde, wahrend die Jungfrau entfloh, und aus dem Kochen des zuruckgelassenen Blutes ein Kind hervorgehen sah, das rasch zum Manne anwuchs. Mit Bogen und Pfoile versehen, schoss dieser so lange auf den Riesen (aus der Entfemung), bis er verschwand, und erhob sich dann mit Grossmutter und Tante in den Cachao Ago genannten Himmel, von wo er als oberste Gottheit die Welt regiert.—Die Apaches haben keine Achtung vor dem Alter und selbst der tapferste Krieger, wenn er nicht mehr tauglich ist und seine Krafte verliert, wird von seinen Verwandten verhohnt.—Nach Abulgazi erlaubte Dschani Bey seinen schwarzen Frauen Schmalz in's Feuer zu giessen, um aus dem Zungeln der Flamme zu errathen, ob sie von einem Knaben oder einem Madehen entbunden wurden, ein (nach Vamberg noch in Mittelasien prakticirter Gebrauch (wie Bleigiessen am Weihnachtsabend uber Heirath entscheidet).—Als man dem Archimandriten Dionysius vorwarf, "dass er nicht bekenne, dass der heilige Geist im Feuer sei", misshandelte ihn das Volk (in Moskau), well er das Feuer aus der Welt schaffen wolle (1619).

38  Gegen Feuer werden Gebaude in Whydah mit dem Zo Vodun-Strick umbunden, die Thar wird Vertheidigt durch die Vo-siva (Strick mit Galabasse, als Kopf). An der Thur steht der Legba-gbau (Topf), der Abends und Morgens mit Mais und Aal für die Aasgeier gefüllt wird (neben der Thonfigur des Legba).—Die (ungeiahrliche) Danhgbwe-Schlango wird in den Fetischhansem gezahmt.—In pagan times in Scotland it was the custom every autumn (afterwords Hallow-eve) to extinguish all the fires (rekindled by the holy fire of the Druides).—A certain composition was prepared by the priests which they delivered to the king, with a strict injunction to burn it daily in a consecrated fire-pot within the palace. On no account was the fire to become extinct in consequence of neglect, for so long as the sacred flame should continue to destroy the composition, the king, it was alleged, would not fail to triumph over his enemies (Beecham) in Ashantie.—Der Chitome verkaufte die Kohlen des ewigen Feuers seiner Hutten.